Ein Ex-Präsident steht vor Gericht. Nein, nicht Donald Trump. Noch nicht. Doch auch Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hätte sich sein Comeback in der Öffentlichkeit mit Sicherheit anders vorgestellt. Er steht wegen Korruption vor Gericht. Und das ist erst ein Prozess, dem mehrere weitere folgen könnten. Die diesbezügliche Ähnlichkeit mit Donald Trump ist wahrlich verblüffend, wenn auch alles andere als erstrebenswert. Der Ehemann von Carla Bruni liebt ja die Öffentlichkeit samt Blitzlichtgewitter wie sonst nur Pop- oder Filmstars. Jetzt hätte er dem Journalisten-Auflauf und Rampenlicht-Unwetter wohl am liebsten den Stecker gezogen. Nach jahrelangen Ermittlungen hat nun ein Korruptionsprozess die Startlinie überschritten. Gemeinsam mit seinem Anwalt und Freund Thierry Herzog muss er sich wegen vermuteter Bestechung und unerlaubter Einflussnahme verantworten. Beide könnten bis zu zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe in Höhe von einer Million Euro ausfassen. Sarkozy ist auch nicht anders als die meisten seiner Zunft. Fake News. Verleumdung. Hetzkampagne. Vernichtungsfeldzug. Alles ist immer unwahr und ungerecht zugleich. Wir kennen sie alle, die Taktik und die Ausflüchte von Politikern, wenn sie sich mit juristischen Vorwürfen konfrontiert sehen. Politiker vor Gericht. Prozesse und Schlagzeilen wie diese werden ja gerne von den Medien als Sensation hochgepuscht. So ganz falsch ist das leider gar nicht. Für Normalbürger hat es schon Seltenheitswert, wenn sich Politiker und Wirtschaftstreibende überhaupt vor Gericht stellen müssen. In den meisten Fällen wird ein Verfahren frühzeitig eingestellt. Der Rest kommt in der Regel mit einem viel zu milden Urteil oder gar einem Freispruch aus Mangel an Beweisen davon. Kein Wunder also, dass sich die meisten von ihnen nur zu gerne über das Gesetz stellen. Auch das ist ein jahrzehntelanger Zeitgeist, der sich endlich einmal ändern könnte. Dann warten wir mal ab, wie es im Falle Sarkozy ausgeht.
Christian Stafflinger, Linz
Erschienen am Sa, 28.11.2020
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