Das freie Wort

Politik zeichnet von sich ein schäbiges Bild

Ich war nie ein Parteigänger Straches und noch viel weniger sein politischer Freund. Trotzdem könnte das Bild nicht schäbiger sein, das die Politik mit ihm als Vorlage von sich selbst zeichnete. So lange ihm die Wähler in Scharen zuliefen, überhäuften ihn die Spitzen der FPÖ mit Privilegien, konnte er Hof halten wie ein arabischer Potentat. Das war man sich und der Partei eben schuldig und daher nie ein Problem, weil die staatliche Parteienförderung, die Strache von Wahlsieg zu Wahlsieg eingefahren hat, immer üppiger sprudelte. Diese Vergünstigungen in unglaublicher Höhe, die ihm seine Bewunderer zugestanden hatten, wurden erst zum Problem, als sich Strache selbst überdribbelte und seinem Größenwahn erlag. Plötzlich war niemand mehr da, der für die Abdeckung von Straches Ausgabenwut die Verantwortung übernehmen wollte. Sie alle ließen ihn im Regen stehen, weil Jahre hindurch niemand etwas von seinem aufwändigen Lebensstil gemerkt haben will. Die lockere Hand im Umgang mit dem Geld der Steuerzahler ist sicher keine Besonderheit der Freiheitlichen. Daran wird sich so lange nichts ändern, so lange es einer Mehrheit im Nationalrat gelingt, das Verlangen des Rechnungshofes abzuschmettern, auch die Finanzen der politischen Parteien prüfen zu können.

Franz Frühwirth, Gastern

Erschienen am Sa, 14.12.2019

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