„Krone“-Redakteurin Jennifer Kapellari listete exakt auf, wo kommende Reformschritte Verbesserungen bringen sollen. Leider bleibt die Korruption im Gesundheitssystem unangetastet. Ein Beispiel: Statt mittels notariell überwachter OP-Wartelisten mehr Gerechtigkeit einziehen zu lassen, befeuert unsere Regierung die „Geldmedizin“. Wer den nötigen Betrag hinblättert, erspart sich monatelanges Warten auf den ersehnten Eingriff. Diese Ungleichbehandlung geschieht mithilfe von Steuergeldern, denn auch private Krankenanstalten benötigen zum Überleben öffentliche Zuschüsse. Die Entflechtung von Geld- und Kassenmedizin wird nicht einmal ansatzweise angegangen. Wir Österreicher suchen operierende Privatärzte in ihren Praxen auf, um deren Honorarnoten danach bei der Kasse einzureichen. Ein Widerspruch! Wir vertrauen uns routinierten Chirurgen an, welche ihre Fähigkeiten in hochsubventionierten Krankenhäusern des öffentlichen Systems erworben haben. Die Privilegien der Zusatzversicherten wiederum hängen überhaupt im luftleeren Raum. Nur Zweibettzimmer und Wunschkost wären vertraglich erlaubt. Das ungenierte Überspringen endlos langer OP-Wartelisten entbehrt jeder rechtlichen Grundlage.
Dr. Wolfgang Geppert, Wien
Erschienen am So, 5.7.2026
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