Aufgegeben

Clintons Wahlkampfstratege wirft das Handtuch

Ausland
07.04.2008 13:15
US-Senatorin Hillary Clinton muss sich einen neuen Chefstrategen für ihren Wahlkampf suchen: Ihr Wahlkampfmanager Mark Penn gibt seinen Posten auf, wie Wahlkampfleiterin Maggie Williams mitteilte. Grund für Penns Entscheidung seien "die Ereignisse der vergangenen Tage", sagte Williams am Sonntag. Penns Marktforschungskonzern werde der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin aber weiterhin beratend zur Seite stehen, hieß es weiter. Penn war Ende März mit Vertretern der kolumbianischen Regierung zusammengetroffen, um sich für ein Freihandelsabkommen zwischen Bogota und Washington einzusetzen, das Clinton vehement ablehnt.

Das "Wall Street Journal" hatte am Freitag von dem Treffen berichtet. Penn, der auch Chef einer großen PR-Firma ist, war demnach an der Ausarbeitung einer Strategie beteiligt, das Freihandelsabkommen durch den Kongress zu bekommen. Er entschuldigte sich später für sein Handeln. Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin sei enttäuscht, hieß es aus Clintons Wahlkampfteam.

Clintons Ablehnung weiterer Wirtschaftsverträge mit lateinamerikanischen und anderen Ländern der Dritten Welt, die zu Konkurrenz auf dem nationalen US-Markt und damit zur Entlassung von US-Arbeitern führen können, ist vor den Vorwahlen in Pennsylvania am 22. April eine wichtiges Thema. Allerdings habe es bereits seit längerem Spannungen zwischen Penn und anderen Strategen im Clinton-Team gegeben, hieß es.

Bereits im Februar hatten die Wahlkampfchefin Clintons, Patti Solis Doyle, sowie deren Stellvertreter Mike Henry das Handtuch geworfen. Verantwortlich dafür war das unerwartet schwache Abschneiden der früheren First Lady bei den Vorwahlen in zahlreichen US-Staaten am "Super-Dienstag" Anfang Februar.

Clinton in Wählergunst hinter Obama
Clinton liegt laut einer Umfrage von vergangener Woche in der Wählergunst hinter ihrem parteiinternen Rivalen Barack Obama. In der Erhebung kommt Obama auf 46 Prozent, Clinton auf 43 Prozent. Zudem konnte Obama nach eigenen Angaben im März 40 Millionen Dollar (25,4 Millionen Euro) an Spendengeldern für seinen Wahlkampf sammeln. Clinton brachte im Vergleich dazu "nur" rund 20 Millionen zusammen. 

Der Senator aus Illinois führt zudem laut Schätzungen bei den Delegiertenstimmen für den Parteitag der Demokraten zur endgültigen Kür eines Präsidentschaftskandidaten. Noch zu Jahresbeginn waren Clinton und ihr Team davon ausgegangen, den Konkurrenten rasch schlagen zu können.

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