31.03.2008 20:05 |

Solidaritätstag

Friedensmarsch für Tibet in Wien

Aus Anlass des "Globalen Aktionstags" für Solidarität mit Tibet fanden am Montag weltweit Versammlungen und Kundgebungen in etwa 2.000 Städten statt. Am Nachmittag wurde auch in Wien ein Friedensmarsch abgehalten (Bilder findest du in der Infobox). Am Vormittag übergaben Tibet-Aktivisten ein Memorandum, in dem gefordert wird, dass die olympische Fackel nicht nach Tibet gebracht werde, an Bundeskanzler Gusenbauer. Der 31. März wurde deshalb gewählt, weil an diesem Tag das Olympische Feuer Peking erreicht hat (Bericht siehe Infobox).

Pro-tibetische Aktivisten übergaben Bundeskanzler Alfred Gusenbauer am Vormittag ein Memorandum sowie über 6.000 Unterschriften übergeben. In dem Memorandum wird vor dem Hintergrund der jüngsten Unruhen in der Autonomen Region Tibet und den benachbarten chinesischen Provinzen gefordert, dass die olympische Fackel nicht nach Tibet gebracht werde wird und der freie Zugang ausländischer Journalisten zu Tibet wieder hergestellt wird.

Bundeskanzler bekundet Anteilnahme
Bundeskanzler Gusenbauer sagte bei der Übergabe der Unterschriftenlisten im Bundeskanzleramt, er sei "sehr besorgt über die Menschenrechtssituation in Tibet, weil wir der Meinung sind, dass Gewalt kein Mittel zur Lösung von Konflikten sein kann". Gusenbauer erinnerte in diesem Zusammenhang an sein Treffen mit dem Exil-Oberhaupt der Tibeter, dem XIV. Dalai Lama, Tenzin Gyatso, im Vorjahr und würdigte dessen Aufruf zu Gewaltlosigkeit im jüngsten Konflikt.

Gusenbauer versprach, dass Österreich in den kommenden Monaten versuchen werde, die große Aufmerksamkeit für die Olympischen Spiele in Peking dahingehend zu nützen, "um für das tibetische Volk etwas zu erreichen". "Wir alle wollen, dass die Olympischen Spiele Spiele des Friedens und nicht Spiele zur Legitimierung von Gewalt sind", betonte der Bundeskanzler.

China übt Kritik an EU-Außenministern
Mit scharfer Kritik hat China auf den Appell der europäischen Außenminister reagiert, in dem Peking zu einem Dialog mit dem Dalai Lama aufgefordert wurde. Die Sprecherin des Außenministeriums in Peking, Jiang Yu, brachte die "starke Unzufriedenheit" der chinesischen Regierung über die Diskussionen und Äußerungen der europäischen Außenminister am Samstag bei ihrem Treffen im slowenischen Ort Brdo zum Ausdruck, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag berichtete. Tibet sei "eine innere Angelegenheit Chinas". Kein Land und keine internationale Organisation hätten das Recht, sich einzumischen.

"Wir hoffen, dass die EU und ihre Mitgliedsstaaten klar zwischen Richtig und Falsch unterscheiden können, ausdrücklich die gewalttätigen Verbrechen wie Prügel, Zerstörungen, Plünderungen und Brandstiftung sowie all jene Täter verurteilen und es vermeiden, mit zweierlei Maß zu messen." Die EU solle "nicht Salz in die Wunden der unschuldigen Opfer der Unruhen in Lhasa reiben", sagte die Sprecherin. Bei ihrem Treffen in Brdo hatten die EU-Außenminister die chinesische Führung zu einem "substanziellen und konstruktiven Dialog" mit dem Dalai Lama aufgerufen. Zu einem möglichen Boykott der Olympischen Sommerspiele in Peking äußerten sie sich nicht.

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