Zusammenstöße
25 UNO-Polizisten bei schweren Unruhen verletzt
Zu den Zusammenstößen war es gekommen, nachdem die UNO-Polizei gegen 5.30 Uhr früh in einer überraschenden Aktion das Gebäude des Gerichtes der Vereinten Nationen im von Serben bewohnten Nordteil der Stadt, das seit Freitag von Serben besetzt gehalten worden war, erneut unter UNMIK-Kontrolle gestellt hatte. 53 Personen, die am vergangenen Freitag das Gericht besetzt hatten, wurden dabei laut offiziellen Angaben festgenommen. Doch aufgebrachten Demonstranten gelang es, etwa 20 der Festgenommenen zu befreien.
Danach kam es zu schweren Auseinandersetzungen. Serbische Demonstranten bewarfen die UNO-Kräfte mit Steinen und Molotow-Cocktails, auch Schüsse waren zu hören. Ein Sprecher der UNO-Verwaltung im Kosovo (UNMIK) dementierte anschließend den Einsatz von Schusswaffen vonseiten der Sicherheitskräfte. Ein Sprecher der Kosovo-Polizei bestätigte allerdings gegenüber Medien, dass die UNO-Polizei und die KFOR beschossen worden seien. Nach den Angaben wurden bei den Zusammenstößen 25 UNO-Polizisten verletzt, mehrere Fahrzeuge gingen in Flammen auf.
UNO-Polizisten und KFOR-Soldaten verletzt
In einer bisher ungeklärten Explosion im von Serben bewohnten Nordteil von Mitrovica wurden unterdessen drei UNO-Polizisten und zwei KFOR-Soldaten schwer verletzt. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt. Der Belgrader Sender B-92 meldete, dass alle fünf in Lebensgefahr schwebten.
In das Krankenhaus in Nord-Mitrovica wurden über 70 serbische Demonstranten aufgenommen. 15 von ihnen sollen schwere Verletzungen, zum Teil Schusswunden, erlitten haben. Ein serbischer Polizist fiel ins Koma, er wurde nach Belgrad transportiert.
Der serbische Staatschef Boris Tadic appellierte an UNO-Polizei und KFOR, sich des Gewalteinsatzes gegen serbische Demonstranten in Mitrovica zu enthalten. "Eine so energische Reaktion bei unangemessenem Gewalteinsatz durch die UNO-Polizei und die KFOR" könne im Zusammenhang mit dem vierten Jahrestag der schweren ethnischen Unruhen von 2004 "eine weitere Eskalation der Konflikte im Kosovo auslösen", warnte Tadic.
Der serbische Kosovo-Minister Slobodan Samardzic rief seinerseits die UNMIK auf, die festgenommenen Justizbeamten freizulassen. Er bezeichnete die UNO-Aktion in Mitrovica als "völlig unzulässig". Die Festnahme der Justizbeamten entspreche keineswegs einer "zivilisierten Handlungsweise".
Großbritannien, EU und UNO verurteilen Ausschreitungen
Die UNO, die Europäische Union und Großbritannien verurteilten die Ausschreitungen. Gewalt sei "inakzeptabel und keine Lösung", sagte ein EU-Kommissionssprecher in Brüssel. Russland, das sich einer Unabhängigkeit des Kosovo widersetzt, forderte wiederum eine "Überprüfung" der Situation im Kosovo "im Rahmen des internationalen Rechts". "Die Ereignisse von Mitrovica können nicht isoliert von der Gesamtlage in der Provinz betrachtet werden", sagte der Sprecher des russischen Außenministers Michail Kaminin. Ein NATO-Sprecher betonte, die KFOR werde "entschieden" auf die Gewalttätigkeiten antworten.
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