Attentat vereitelt?

Geheimdienst dementiert Mordanschlag auf Putin

Ausland
16.03.2008 13:18
Verwirrung um einen angeblichen Mordanschlag auf Russlands Präsident Wladimir Putin: Russische Geheimdienstler haben Medienberichte zurückgewiesen, wonach bewaffnete Attentäter am Tag der Präsidentschaftswahl Präsident Wladimir Putin töten wollten. "Berichte über eine Art Verschwörung gegen die Führung des Landes sind absolut falsch", zitierte die Nachrichtenagentur Interfax einen Geheimdienstbeamten, der nicht genannt werden wollte.

Die Moskauer Zeitung "Twoi Den" hatte zuvor mit erstaunlicher Präzision, allerdings ohne Quellenangabe, von einem vereitelten Mordanschlag auf Putin berichtet, der demnach am 2. März auf dem Roten Platz von einem Scharfschützen erschossen werden sollte. Das Blatt ist bekannt für seine guten Informationen aus Justiz- und Polizeikreisen. 

Tatsächlich seien im März "Menschen mit Waffen" festgenommen worden, sagte der anonyme Spion laut Interfax. Doch habe es sich dabei um "eine Gruppe der organisierten Kriminalität" gehandelt. "Twoi Den" ist bekannt für ihre guten Informationen aus Justiz- und Polizeikreisen.

Geheimdienst bestreitet Komplott
Auch die Agentur Ria Nowosti berief sich auf einen Geheimdienstler, der den Bericht von "Twoi Den" zurückwies. Vor wenigen Tagen hatte allerdings der Chef des Inlandsgeheimdiensts (FSB), Nikolai Patruschew, bekanntgeben, die Sicherheitskräfte hätten sowohl während des Wahlkampfes als auch am Wahltag selbst "Terroranschläge" vereitelt.

"Twoi Den" berichtete am Samstag, am Wahltag sei ein Tadschike mit einem Scharfschützengewehr festgenommen worden. Der Einsatz in einem Mietshaus in der Nähe des Roten Platzes sei nur wenige Stunden vor der Wahlansprache Putins erfolgt.

Demnach erhielt der FSB von einem Informanten den Tipp, dass ein Attentat geplant sei und die mutmaßlichen Attentäter dazu ein Gebäude am anderen Moskwa-Ufer gemietet hätten. Bei der Razzia sei ein 24-jähriger Tadschike festgenommen worden. Bei ihm sei ein "ganzes Arsenal an Schusswaffen" gefunden worden, darunter ein Scharfschützengewehr und ein Sturmgewehr vom Typ Kalaschnikow, berichtete die Zeitung.

Rund drei Stunden später seien Putin und Wahlsieger Dmitri Medwedew auf dem Roten Platz vor tausende jubelnde Anhänger getreten. Der FSB und das Präsidialamt äußerten sich nicht zu dem Bericht.

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