"Gesudere" bzw. "Sudern" heißt ins Hochdeutsche übersetzt jammern, sich pausenlos beschweren, lamentieren. Man könnte es auch als Raunzerei oder Raunzen bezeichnen. Die Folge dieses Gusi-Sagers waren jedenfalls österreichweite fast ultimative Aufforderungen an den Parteichef, sich bei der eigenen SPÖ-Basis zu entschuldigen.
Die Reaktionen der SPÖ-Landesorganisationen: Vor der Basis müsse man mehr Respekt haben, die ehrenamtlichen Funktionäre seien das Rückgrat der Partei und müssten fair behandelt werden, selbst wenn man wie der Kanzler im Stress sei, dürfe das nicht passieren.
"Der Ausdruck war unglücklich"
Durchgerungen hat sich der SPÖ-Chef dann gestern zu folgender Stellungnahme: "Wogegen ich mich immer wende, ist, dass es so eine grundsätzliche Schwarzmalerei gibt, und daher sollte man Diskussionen immer im notwendigen Rahmen und Maßstab halten. Ich hatte keine Bedürfnisse, irgendwelche sehr aktiv arbeitenden Mitglieder und Funktionäre zu beleidigen."
Der "Krone" gegenüber ergänzte Gusenbauer, dass der Ausdruck "Gesudere" unglücklich gewesen sei, kritischen Diskussionen sei er jedenfalls nie ausgewichen. Ob diese lahme Entschuldigung SPÖ-Funktionären reicht, darf bezweifelt werden. Genüsslich geschürt wird der SPÖ-interne Druck auf Gusenbauer von ÖVP-Wahlsieger, Landeshauptmann Pröll: "Jemand, der so in die Defensive gerät wie Gusenbauer, der ist das eine oder andere Mal auch unkalkulierbar..."
von Peter Gnam, Kronen Zeitung
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