Ende einer Ära
Ian Paisley tritt als Regierungschef Nordirlands ab
Dies wurde als Versöhnung zwischen den einst verfeindeten Protestanten und Katholiken in Nordirland gewertet. Nach fünf Jahren unter der Verwaltung aus London hatte Nordirland damit wieder eine eigene Regierung. Dem Nordirland-Konflikt fielen seit 1969 mehr als 3.500 Menschen zum Opfer.
Die Grundlage für die friedliche Lösung wurde 1998 durch das Karfreitagsabkommen gelegt, an dem neben den Konfliktgegnern auch die Regierungen in Dublin und in London beteiligt waren. Der britische Premierminister Gordon Brown würdigte am Dienstag Paisleys "riesigen Beitrag" zur Politik in Nordirland.
Starrköpfiger Hardliner
Paisley prägte seit fünf Jahrzehnten die nordirische Politik. Er galt als besonders starrköpfiger Hardliner und hatte lange Zeit eine Vereinbarung mit der pro-irischen Sinn Fein Partei als "Pakt mit dem Teufel" abgelehnt, bevor er einer gemeinsamen Regierung zustimmte.
Mit dem Rücktritt gab Paisley dem seit längerem wachsenden Druck innerhalb seiner Partei nach. Dieser hatte auch mit der Rolle seines Sohnes zu tun, der wegen angeblichen Verbindungen zu Bauträgern in die Schlagzeilen geraten war und daraufhin als Juniorminister zurücktreten musste.
Robinson wahrscheinlicher Nachfolger
Als wahrscheinlicher Nachfolger Paisleys gilt der DUP-Vizechef und nordirische Finanzminister Peter Robinson. Paisley wird nach eigenen Angaben Abgeordneter bleiben. McGuinness würdigte Paisleys Verdienste in Nordirland. Seine "historische Entscheidung", mit Sinn Fein eine Regierung zu bilden, habe Nordirland "für immer" verändert. Großbritanniens ehemaliger Nordirland-Minister Peter Hain hob Paisleys "absolut historische Rolle" hervor.
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