Tiefe Trauer in Pfarre

Beliebter Priester starb plötzlich bei Wallfahrt

Er war noch mit Gläubigen unterwegs, dann der Schock. Der Pfarrer von Steinakirchen, Hans Lagler, ist völlig unerwartet an einem Herzinfarkt gestorben. Er wurde nur 57 Jahre alt.

Noch am Montag war Hans Lagler gemeinsam mit den Senioren seiner Pfarre zur Wallfahrt ins Yspertal unterwegs. Nach den gemeinsamen Gebeten und dem Programm wollte der Seelsorger noch einen kurzen Spaziergang mit Gastpriester James machen. Dabei brach der 57-Jährige plötzlich zusammen.

Sofort wurde professionelle Hilfe geleistet. Unter den Wallfahrtsteilnehmern waren auch zwei Ärzte. Doch trotz aller Bemühungen kam für Lagler jede Hilfe zu spät.

Noch am selben Abend verbreitete sich die traurige Nachricht. Sie löste in Steinakirchen, in der ganzen Diözese und auch bei Bischof Alois Schwarz tiefe Bestürzung aus.

Vom Ministranten zum Priester
Hans Lagler wurde am 12. Mai 1969 in St. Pölten geboren und wuchs in Obergrafendorf auf. Ursprünglich hatte er eine berufliche Zukunft im Finanzwesen vor Augen. Als Ministrant engagierte er sich schon früh in seiner Heimatpfarre. Kaplan Alfred Winkler ermutigte ihn schließlich, über den Priesterberuf nachzudenken.

Gedenken an den beliebten Seelsorger.
Gedenken an den beliebten Seelsorger.(Bild: Franz Crepaz)

Nach einer schweren Erkrankung im Jahr 1989 reifte sein Entschluss, diesen Weg einzuschlagen. Am 3. Dezember 1995 wurde Lagler in der Pfarrkirche Purgstall zum Diakon geweiht, am 29. Juni 1996 folgte im Dom von St. Pölten die Priesterweihe.

Mehr als zwei Jahrzehnte in Steinakirchen
Am 1. September 2001 kam Lagler nach Steinakirchen am Forst, zunächst als Moderator, ab September 2002 als Pfarrer. Mehr als zwei Jahrzehnte prägte er das kirchliche Leben der Gemeinde.

Dabei stand für ihn stets der Mensch im Mittelpunkt. Er nahm sich Zeit für Gespräche, begleitete Menschen durch schwierige Situationen und war für viele ein wichtiger Ansprechpartner – weit über die Pfarrgrenzen hinaus.

Nun ist dieser vertraute Seelsorger plötzlich nicht mehr da. Sein letzter Tag begann mit einer Wallfahrt und gemeinsamen Gebeten. Niemand konnte ahnen, dass dieser Tag zum Abschied werden würde. Zurück bleiben tiefe Trauer und die Erinnerung an einen Priester, der vielen Menschen über Jahrzehnte verbunden war.

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