Bei Folklore-Konzert
Erneut Musiker in Mexiko ermordet
Seit 2006 sind immer wieder mexikanische Musiker ermordet worden, offenbar weil sie Drogenkartellen im Weg standen oder sich mit den falschen Leuten eingelassen hatten. Mit entstelltem Gesicht, geschlagen und erwürgt hat Sergio Gómez im Dezember traurige Berühmtheit erlangt, sein Begräbnis besuchten Tausende (siehe Bilder). Erst im Februar wurde der 26-jährige Sänger Jesus Rey David Alfaro Pulido, bekannt als "El Gallito", in der nordmexikanischen Grenzstadt Tijuana erschossen.
Konkrete Hinweise auf ein Motiv für den Mord an Villanueva gab es zunächst nicht. Bei dem Angriff auf "Brisas del Mar" sind drei weitere Bandmitglieder im Alter von 13 bis 21 Jahren verletzt worden, wie die Verwaltung des mexikanischen Staates Guerrero mitteilte.
Die Mordserie bringt Mexikos Musik- und Konzertindustrie einmal mehr mit Drogenkartellen in Verbindung bringen. In kleineren Städten seien Drogenbosse meist die einzigen, die jungen Musikern Instrumente und Auftrittsmöglichkeiten verschaffen, weiß ein Konzertmanager der "Washington Post" zu berichten. Diese Zusammenarbeit rächt sich später meist bitter - wenn die Kartelloberen Gratis-Auftritte und andere "Gefallen" verlangen.
Texte als Todesurteil
Bei einigen der getöteten Musiker liegt - anders als bei Schmusebarde Sergio Gómez - der Verdacht nahe, dass sie sich mit Texten über die Drogenbosse den Zorn der mächtigen Kriminellen zugezogen haben und deshalb sterben mussten. Am 14. Dezember 2006 wurde Javier Morales Sergio Gómez, Sänger der Band "Los Implacables del Norte", in Michoacan erschossen. Er war berühmt für Lieder über die Machenschaften der Drogenhändler.
Auftragskiller im Krankenhaus
Zwei Monate später überlebte nur eines von fünf Mitgliedern der "Banda Fugaz" ein Schussattentat nach einem Konzert in Puruaran. Am 30. November 2007 schließlich wurde die Sängerin Zayda Peña mit erst 28 Jahren in Matamoros von einer Kugel im Genick getroffen. Sie überlebte und wurde ins Krankenhaus gebracht - doch dort wartete bereits ein Killer, der ihr am 1. Dezember eine Kugel ins Herz jagte - Zayda Peña war sofort tot. Wenige Tage danach wurde José Luis Aquino, der Trompeter der Band "Los Conde" in Oaxaca tot aufgefunden - mit einem Plastiksack über dem Kopf, Hande und Füße gefesselt.
Die Morde hatten begonnen, als Mexikos Präsident Felipe Calderón in seinem Heimatbundesstaat Michoacan eine militärische Offensive gegen die Drogenkartelle startete.
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