Geheime Übergabe
Kolumbien gibt grünes Licht zur Geiselfreilassung
Kolumbien bestimme den Hochkommissar für Frieden, Luis Carlos Restrepo (rechts im Bild), zu seinem Repräsentanten, sagte Araujo. Er forderte, bei dem von Chavez geplanten Flugzeugeinsatz, um die Geiseln im kolumbianischen Urwald abzuholen, sollten die Maschinen "aus Verfassungsgründen" das Emblem des Internationalen Roten Kreuzes tragen. An der Initiative zur Geiselfreilassung wird außerdem auch der argentinische Ex-Präsident Nestor Kirchner teilnehmen. Dieser werde gemeinsam mit Außenminister Jorge Taiana am Donnerstag nach Venezuela und von dort zusammen mit Vertretern anderer Regierungen nach Kolumbien fliegen, teilte die Regierung in Buenos Aires am Mittwochabend mit.
Geheimer Übergabepunkt
Der Plan zur Freilassung sieht Chavez zufolge vor, dass Flugzeuge und zwei Helikopter von einem Flughafen im Südwesten Venezuelas die kolumbianische Stadt Villavicencio, rund 100 Kilometer von Bogota entfernt, anfliegen. Von dort sollten die Hubschrauber zum - von der FARC bestimmten - geheimen Übergabepunkt starten und nach Venezuela zurückkehren. Chavez zufolge ist es nicht möglich, ohne Umweg über Venezuela nach Bogota zu fliegen. Er verwies auf Forderungen der FARC, die Geiseln an die Regierung Venezuelas zu übergeben. Flugzeuge mit Vertretern unter anderem Frankreichs, Argentiniens, Brasiliens, Ecuadors und Kubas sowie des Internationalen Roten Kreuzes hielten sich bereit, um nach Kolumbien aufzubrechen. Er selbst werde nicht mitfliegen.
Zusammen mit Ingrid Betancourt verschleppt
Bei den Geiseln handelt es sich um die Wahlkampfmanagerin der ebenfalls in der Gewalt der FARC befindlichen franko-kolumbianischen Grünen-Politikerin Ingrid Betancourt, Clara Rojas, und ihren in Gefangenschaft mit einem Guerillero gezeugten dreijährigen Sohn Emmanuel. Die dritte ist die ehemalige Abgeordnete Consuelo Gonzalez. Rojas wurde im Februar 2002 zusammen mit der damaligen Präsidentschaftskandidatin Betancourt verschleppt, González befindet sich seit September 2001 in der Gewalt der Guerilla.
Chavez sagte, er hoffe, nach der Freilassung der drei auch Betancourt freizubekommen. Betancourt forderte er auf, den Mut nicht zu verlieren. Er setze sich dafür ein, dass alle Geiseln freikämen. (Mehr zum Thema siehe Infobox.)
„Geste der Anerkennung“
Die FARC hatte vor kurzem ihre Absicht bekräftigt, die drei auf freien Fuß zu setzen. Nach ihrer Darstellung wäre die Freilassung eine "Geste der Anerkennung" gegenüber den Familien der Geiseln sowie gegenüber Chavez und der kolumbianischen Senatorin Piedad Cordoba. Die Geiseln sollten Chavez oder einem Vertreter übergeben werden, hieß es. Chavez und Cordoba hatten in der Geiselkrise vermittelt, bis der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe ihnen das Mandat wegen eigenmächtiger Kontaktaufnahme mit dem kolumbianischen Armeechef entzog. Die FARC-Guerilla fordert im Austausch für 45 Geiseln die Freilassung von 500 ihrer Kämpfer aus kolumbianischen Gefängnissen.
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