Fr, 20. Juli 2018

Teenager ermordet

19.10.2007 20:09

16-Jähriger in Sheffield mit Kopfschuss getötet

Der in der englischen Stadt Sheffield mit einem Kopfschuss getötete 16-Jährige ist nach britischen Medienberichten vom Freitag vermutlich in einen blutigen Bandenkrieg geraten. "Wir haben in der Stadt eine neue Ebene von Bandenkrieg erreicht, bei dem junge Menschen durch die Gegend schießen, als wären sie in einem Videospiel", sagte ein Anrainer des Parks, in dem Mittwochnacht die Leiche von Jonathan Matondo gefunden worden war.

Am Freitag nahm die Polizei einen 18-Jährigen unter dringendem Tatverdacht fest. "Diese Festnahme ist das direkte Ergebnis von Bürgerbeteiligung und wir hoffen, weitere Verdächtige fassen zu können", sagte der Polizeichef von Sheffield, Jon House, am Abend.

Augenzeugen berichteten, wenige Stunden vor der Bluttat seien Jugendliche von zwei rivalisierenden Banden mit Schusswaffen aufeinander losgegangen. Die Angehörigen einer Gang hätten sich in einem Haus verbarrikadiert, Mitglieder der anderen Bande hätten daraufhin das Feuer eröffnet. Später sei eine wilde Hetzjagd entbrannt.

Die Polizei kündigte nach Protesten der Anrainer bewaffnete Patrouillen am Park an. Wer eine Aussage machen könne, aber Angst habe, werde von der Polizei geschützt.

"Am falschen Ort in der falschen Gesellschaft"
"Hier kann man an jeder Ecke Drogen oder Waffen kaufen", sagte eine Frau, die in der Nähe des Tatortes ein Geschäft hat. "Jonathan war ein höflicher Bub." Einige seiner Bekannten seien allerdings "auf Drogen". Ein Beobachter der Szene meinte: "Jonathan wurde getötet, weil er am falschen Ort in der falschen Gesellschaft war." In einem verzweifelten Fernseh-Appell wandte sich der Onkel des Burschen an die Bevölkerung, der Polizei bei der Aufklärung der Bluttat zu helfen. "Er war so ein guter Bub, so fröhlich", sagte er. "Er war zu jung, um zu sterben."

Traumberuf: Priester
Nach Angaben von zwei Pastoren war Jonathan, dessen Familie aus dem Kongo stammt, auch in der Kirche aktiv. Sein Traum sei es gewesen, selbst einmal Priester zu werden. "Kürzlich hörte er auf, zur Kirche zu kommen. Ich weiß nicht warum", sagte einer der beiden Seelsorger.

Jugendgewalt auf dem Vormarsch
In Großbritannien sind in den vergangenen Monaten zahlreiche Fälle von brutaler Jugendgewalt bekanntgeworden. Allein in London wurden seit Beginn des Jahres mehr als 20 Jugendliche Opfer von Schießereien oder Messerstechereien.

Symbolbild

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