Teures Vergnügen

Ski-Gebiete bauen aus und erhöhen die Preise

Nach dem Katastrophenwinter im Vorjahr und den Sommer-Problemen rüsten Oberösterreichs Wintersportgebiete mit Investitionen in Millionenhöhe auf. Für die Skifahrer bedeutet das allerdings, dass nicht nur das Angebot wächst, sondern es auch teurer wird.

„Nach dem vergangenen Katastrophenwinter mit 350.000 Besuchern am Dachstein und Krippenstein - fast 50 Prozent weniger als im Durchschnitt - sind wir für diese Saison hoch motiviert“, so Alfred Bruckschlögl von der Skiregion Dachstein West. Ähnlich ist es am Feuerkogel, wo bis 28. Oktober noch der Sommerbetrieb läuft. „Wir sind für den Winter gut gerüstet und hoffen auf einen Ansturm“, sagt Christian Heißl von der Seilbahn.

Drei Millionen Euro investiert Hinterstoder neuerlich in den Skispaß: „Zehn Schneekanonen und zwei Schlepplifte wurden angeschafft. Auf der Wurzeralm werden sogar fünf Millionen ausgegeben, etwa für den Ausbau der Beschneiungsanlage“, weiß Bernadette Schwaighofer von den Hinterstoder-Wurzeralm-Bergbahnen.

„Wir haben zuletzt 1,8 Millionen Euro ausgegeben, doch da der Winter nicht berauschend war, wollen wir heuer erst mal alles reinbringen“, erklärt Peter Grögler, Geschäftsführer der Kasbergbahnen. „Für diesen Winter erwarten wir 200.000 Gäste“, hofft Johanna Pfoser von den Hochficht-Bergbahnen, dass so die Investition von 630.000 Euro für die Beschneiungsanlage wieder „reinschneit“.

Wobei die Investitionen natürlich auch für die Gäste ihren Preis haben: Durchschnittlich steigen die Preise für die Skipässe in fast allen Regionen um einen Euro. In der Region Dachstein West kostet dann eine Tageskarte 32,90 Euro. Nur am Kasberg bleiben die Preise gleich.

„Die machen nix besser oder schlechter als wir“
Die rote Laterne bei den Zuwächsen im Sommertourismus macht Karl Pramendorfer vom OÖ Tourismus keine Sorgen.

Warum verzeichnen Bundesländer wie Tirol oder die Steiermark mehr als vier Prozent Plus bei den Nächtigungen, während es bei uns in Oberösterreich nur zwei Prozent sind? Damit liegt unser Land an letzter Stelle!
Die anderen machen nix besser oder schlechter als wir. Wir müssen uns ansehen, wo genau die Einbußen liegen und in welchen Urlaubsregionen mehr Gäste gekommen sind. Genaue Auswertungen nach Hoteltypen und Unterbringungsmöglichkeiten fehlen uns noch.

Also sehen Sie keinen akuten Handlungsbedarf.
Dieses Ergebnis ist sicher ein Grund zum Nachdenken, aber man darf solche Zahlen auch nicht überbewerten. Beim Umsatz gab es immerhin einen Zuwachs von 2,2 Prozent.

Hätte Oberösterreich wie Vorarlberg 12,5 Prozent Plus gemacht, wäre aber mit Sicherheit eine Jubel-Pressekonferenz angesetzt worden…
Es hätte uns schon gefreut. Aber es geht um Qualität vor Quantität. Und Vorarlberg hat im Vorjahr ein saftiges Minus gehabt.


 

Foto: Jack Haijes

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Samstag, 19. Juni 2021
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