Gefühle verboten?

So dosierst du deine Emotionen richtig

Wirtschaft
19.09.2007 17:19
Wir sind alle nur Menschen. Und jeder Mensch hat Gefühle. Gerade im beruflichen Bereich kann das jedoch oft eine Herausforderung darstellen. Denn seine Gefühle am Empfang abzugeben und sich dann der Arbeit zu widmen, funktioniert leider nicht. Doch wann ist es gut, Gefühle zu zeigen – und wann können Emotionen sogar ein Störfaktor für die Karriere sein?

Was bewirken Emotionen?
Gefühle spielen eine große Rolle für unsere Arbeitsleistung. Wenn wir uns gut fühlen, produzieren wir sehr gute Ergebnisse. Fühlen wir uns schlecht, dann leidet auch die Qualität unsere Arbeit. Gefühle sind daher in deinem Arbeitsalltag sehr wichtig, da du dir selbst durch positive Emotionen mehr Antrieb geben kannst bzw. negative Emotionen gezielt ausschalten musst.

Viele Firmen verlangen von ihren Mitarbeitern, ihre Emotionen zu unterdrücken und rein rational zu arbeiten. Doch das funktioniert leider nicht immer reibungslos. Schließlich kommen wir alle aus unserem Privatleben, in dem ganz andere Dinge geschehen als im beruflichen Bereich. Frisch verliebt oder Liebeskummer. Geldsorgen oder unverhoffter Geldsegen. Tolle oder schlechte schulische Leistungen der Kinder. Diese Situationen prägen unsere emotionale Verfassung. Und können nicht so einfach ausgeblendet werden. Genauso Vorkommnisse im Laufe eines Tages. Beruflicher Ärger oder tolle Neuigkeiten – beides wird sich in Emotionen äußern. Die Frage ist nur: Wie viel Emotion darfst du zeigen, bzw. wie kannst du deine Gefühle besser kontrollieren?

Umgang mit positiven Emotionen
Grundsätzlich sind gute Gefühle deinem Job zuträglich: Freude, Glück, Hoffnung, Zufriedenheit. Sie versetzen dich in eine Stimmung, in der du zuversichtlich bist und an dich glaubst. Dadurch hast du eine positive Ausstrahlung, die auch deinen Vorgesetzten auffallen wird. Besonders gut ist es, wenn du diese Emotionen in Begeisterung für deinen Job umwandeln kannst. Denn dann ist der Effekt am größten. 

Hast du Schwierigkeiten damit, deine Gefühle zu zeigen, dann ist das grundsätzlich gut – denn es heißt, dass du deine Emotionen unter Kontrolle hast. Für dich kann es jedoch eine Herausforderung sein, positive Emotionen zu zeigen. Dadurch wirkst du vielleicht manchmal etwas kühl und desinteressiert. Versuche einfach bewusst, dich zu freuen und immer wieder zu lächeln. Du wirst von den Reaktionen deines Umfelds überrascht sein. 

Umgang mit negativen Emotionen
Wut, Angst, Traurigkeit – wenn diese Gefühle in dir auftauchen, dann wird es bedenklich. Denn dieser Reaktion unbeherrscht Ausdruck zu verleihen, kann dich in den schlimmsten Fällen deinen Kopf kosten. Natürlich heißt das nicht, dass du alles herunterschlucken und hinnehmen musst. Reagiere – aber beherrscht. Neigst du zu starken emotionalen Ausbrüchen, dann solltest du dich möglichst schnell vom Auslösereiz distanzieren, und erst wenn die ersten Emotionen abgeklungen sind dich mit einer möglichen Lösung bzw. der eigentlichen Reaktion befassen. Denn gerade negative Emotionen wirken sehr schnell unprofessionell und sind ein Stolperstein für deine Karriere. 

Dabei kann es helfen, dass du kurz Bewegung machst, dich in einen anderen Raum begibst oder einfach bewusst tief durchatmest. Versuche gezielt, das Positive an dem Geschehenen zu sehen. Das ist nicht einfach und wird einiger Anläufe bedürfen, um zu funktionieren. Doch so übertauchst du die negativen Gefühle längerfristig besser und lernst, effektiver zu reagieren. 

Je besser du dich selbst kennst und deine Emotionen gezielt einsetzen kannst, desto erfolgreicher bist du. Denn emotionale Kompetenz ist heute ein entscheidender Schlüsselfaktor für beruflichen Erfolg. Wenn du dich mit deinem Umfeld auf emotionaler Ebene auseinandersetzen kannst, ohne dich von deinen Gefühlen übermannen zu lassen, hast du gewonnen.

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