Ein falscher Schritt

Zerstörtes Glück eines jungen Vaters

Oberösterreich
01.09.2007 18:03
Ein falscher Schritt genügte, um das Leben eines jungen Vaters (20) aus Schenkenfelden zu zerstören. Der Rekrut war am 6. April in der Linzer Artilleriekaserne aufs Dach geklettert, weil er wegen einer defekten Klinke in der Cafeteria festsaß. Er stürzte durch eine Glaskuppel sechs Meter in die Tiefe, überlebte mit schwersten Kopfverletzungen – es ist ein langer Weg zurück.

Gerold Neumann (20) hatte am 6. April als Koch in der Artilleriekaserne gearbeitet und bis 18 Uhr Bereitschaftsdienst. Weil die Türschnalle vom Aufenthaltsraum abgebrochen war, wollte er beim Cafeteriafenster hinausklettern und beim offenen Küchenfenster wieder hinein. Dabei stieg er auf eine alte und spröde Plexiglaskuppel, brach sofort durch und stürzte sechs Meter tief auf Asphalt. Neumann erlitt schwerste Kopfverletzungen und einen Trümmerbruch des zwölften Brustwirbels. Er wurde ins Linzer UKH eingeliefert, dann mit einer „fliegenden Intensivstation“ nach Wien-Meidling gebracht, wo er weitere vier Wochen auf der Intensivstation lag. Am 16. Mai kam er ins Meidlinger Reha-Zentrum. „Uns wurde damals wenig Hoffnung gemacht. Sollte er überleben, dann nur mit massivsten Hirnschäden“, erzählt Gerolds Mutter Eva. Ihr Enkelsohn Felix war damals erst sechs Monate alt.

Mittlerweile kann Gerold wieder alleine essen und sich selbst waschen: „Er kann reden, aber vieles, was er sich denkt, nicht in Worte fassen. Deshalb gibt es Probleme mit der Verständigung. Auch die ersten Gehversuche probiert er schon“, berichtet die Mutter. Am Dienstag kommt Gerold wieder in Reha. Ein weiterer Schritt in sein zweites Leben.




Foto: „Krone“

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