"Die Männer sind wahnsinnig hart in ihren Urteilen, natürlich können wir nicht alle wie Miss Italia aussehen." Auf dem Frauen-Strand von Riccione muss keine Frau sich mehr dem Anmach-Stress von Männern aussetzen.
Strand Nummer 134 ist rosa
Der Strand Nummer 134 unweit von Rimini bietet alles, was weibliche Herzen höher schlagen lässt, von Fitness-Kursen über Schönheitskuren bis hin zum leckeren Diät-Essen. Alles ist rosa - so auch das unzweideutige Schild am Eingang, auf dem das Bild eines Schönlings im Badeanzug fett in zartem Pink durchgestrichen ist. "Ich habe meinen Mann und meinen Sohn zurückgelassen, um in dieses Paradies einzutauchen", schwärmt die 43-jährige Cinzia Donati. "Dieses Strandbad hat Klasse, es ist sauber und ordentlich, und alleine geht es uns einfach wunderbar", sagte die Hausfrau aus Mailand kürzlich der Zeitung "La Stampa".
Keiner schaut auf die Zellulitis
Manche halten ein Nickerchen, andere schmökern in einem dicken Buch, wieder andere lassen sich von einer Kosmetikerin mit Maniküre und Pediküre verwöhnen. "Hier kontrolliert niemand, ob du Zellulitis hast und du musst auch nichts unter einem Sarong verstecken", erklärt Ravaglia, die als Bademeisterin am rosa Strand tätig ist. Gesprochen wird einfach über alles, was das weibliche Universum beinhaltet: Kleider, Schuhe, Mode, Sex, Liebe und die Familie. "Männer finde ich langweilig, deren liebstes Thema ist ja doch immer nur Fußball", stöhnt die 24-jährige Alice Ghresta.
Nur der Friseur darf rein
Die einzigen Männer, die Zutritt zum rosa Paradies haben, sind Friseur Diego und ein Rettungsschwimmer. Vom Beach-DJ über die Animateurinnen bis hin zur Köchin arbeiten hier ansonsten nur Frauen. Apropos Köchin: Roberta Brescia (30) zaubert den Besucherinnen täglich ein Menü auf den Tisch, das ihrem Diätplan nicht in die Quere kommt. Gibt es andernorts am Strand fast nur dick belegte Brötchen oder schwere Pasta, lässt "Frau" sich in Riccione mit Krabben, Lachs, Gemüse und vielen Salaten verwöhnen. Pommes und Mayo stehen nicht auf dem Speiseplan.
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