Drama um Maddie
Suche nach Madeleine erfolglos abgebrochen
Das Buschland liegt rund 15 Kilometer von Praia da Luz entfernt, wo das britische Mädchen vor etwa sechs Wochen entführt wurde. Die niederländische Zeitung "De Telegraaf" hatte Anfang der Woche ein Schreiben erhalten, in dem behauptet wurde, Madeleine sei tot. Auf beigefügten Karten war eine Stelle markiert, an der die Leiche unter Steinen begraben liegen sollte. Es gebe aber noch andere Spuren, denen die Ermittler nachgingen, sagte Sousa nach der abgebrochenen Suche.
Zahlreiche Reporter durchstreiften das Gebiet
Auch zahlreiche Reporter aus mehreren Ländern durchstreiften seit Tagen das Gebiet. Einige von ihnen hatten sich nach portugiesischen Medienberichten sogar Spürhunde gemietet. "Nicht die Polizei, sondern die Medien gehen der neuen Spur in der Algarve nach", titelte daraufhin die Zeitung "Público". Madeleine war am 3. Mai aus einer Ferienanlage an der Algarve entführt worden. Die Eltern hatten die Veröffentlichung des Briefes als "grausam und unsensibel" bezeichnet. Sie seien immer noch überzeugt, dass Madeleine am Leben sei.
Die portugiesischen Ermittler hatten zeitweise Zweifel aufkommen lassen, ob sie die Spur aus dem Brief überhaupt ernst nahmen. Ein namentlich nicht genannter Sprecher sagte dem Radiosender TSF, die Beamten hätten die Durchsuchung des Geländes aufgegeben. Die Hinweise in dem anonymen Schreiben seien "nicht fundiert". Dies wurde wenig später vom offiziellen Polizeisprecher Sousa dementiert.
Eltern nach Hinweisen auf Tod bestürzt
Die Eltern Madeleines haben die Veröffentlichung des Briefes mit Hinweisen auf den Tod ihrer Tochter scharf kritisiert. Sie seien "bestürzt" und "extrem enttäuscht", dass über das Schreiben in einer niederländischen Zeitung berichtet wurde, ohne dessen Glaubwürdigkeit ausreichend zu überprüfen, schrieb Vater Gerry McCann auf der Internetseite findmadeleine.com.
Es sei "unverantwortlicher Journalismus", den Brief an die Öffentlichkeit zu bringen, ohne dass die portugiesische Polizei die Möglichkeit gehabt habe, die Hinweise zu prüfen, kritisierte er. "Selbst wenn es wahr sei, ist es unsensibel und grausam. Man kann sich vorstellen, wie schlimm es für Kate und mich ist, so etwas aus den Medien zu erfahren."
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