10.06.2007 18:33 |

Staatsbesuch

Italienbesuch: Bush bei Papst Benedikt im Vatikan

US-Präsident Bush ist am Samstag im Rahmen seines eintägigen Besuchs in Rom vom Papst empfangen worden. Es handelte sich um das erste Privatgespräch zwischen Benedikt XVI. und dem US-Präsidenten. Der Irak, die Situation in Nahost und der G-8-Gipfel standen im Mittelpunkt des 35 Minuten langen Gesprächs in der vatikanischen Bibliothek. „Es ist schön, hier zu sein“, sagte Bush. Danach musste der US-Präsident zwei peinliche Pannen mit den ihm zur Verfügung gestellten Limousinen hinnehmen. Am Nachmittag standen noch weitere Treffen mit hochrangigen Politikern Italiens an.

Der Papst erkundigte sich über die Resultate des G-8-Gipfels. Bush bezeichnete den Gipfel als „Erfolg“. „Wie Sie wissen, gibt es verschiedene Meinungen, doch alles ist gut verlaufen.

Wir haben über die Lage in Afrika diskutiert und starke Initiativen zur Bekämpfung von Aids ergriffen. Wir werden weiterhin in diese Richtung arbeiten“, antwortete Bush dem Papst. Nach dem Treffen mit dem Papst führte Bush noch Gespräche mit dem vatikanischen Staatssekretär, Kardinal Bertone.

Erstes Auto hatte Motorschaden, zweites war zu breit
Auf der Fahrt vom Vatikan in die US-Botschaft musste der Staatsgast dann wegen eines Motorschadens das Auto wechseln. Kurz darauf gab ein weiteres unvorhergesehenes Hindernis: Die neue Präsidentenkarosse erwies sich als zu breit für die Toreinfahrt der Botschaft. Bush musste aussteigen und zu Fuß weitergehen.

Lob für Einsatz gegen den Terrorismmus
Vor dem Besuch im Vatikan hatte Bush Gespräche mit dem italienischen Präsidenten Napolitano geführt. Bush lobte Italien für den Einsatz gegen den internationalen Terrorismus und für das Engagement im Rahmen internationaler Missionen. Napolitano unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Italien und den USA im Rahmen der NATO. Bushs Besuch gilt als Versuch, die angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern zu verbessern.

Und wieder: Demos
Anlässlich des Bush-Besuches sind am Samstagnachmittag zwei Demonstrationen gegen die Politik des US-Präsidenten geplant. Zehntausende Personen wollen nach Schätzungen des italienischen Innenministeriums gegen Bushs Irak-Politik demonstrieren. Unterdessen kam es in mehreren italienischen Städten zu Protesten von Globalisierungsgegnern. Auf den Bahnhöfen in Venedig, Mestre und Padua blockierten zumeist junge Leute zeitweilig den Zugverkehr.