KGB-Agent plaudert

Lugowoi belastet Briten bei Litwinenko-Tod

Ausland
31.05.2007 12:37
Der von der britischen Justiz als Giftmörder beschuldigte russische Geschäftsmann Andrej Lugowoi hat im Gegenzug den britischen Geheimdienst beschuldigt, möglicherweise für den Mord am Kreml-Kritiker Alexander Litwinenko verantwortlich zu sein. Das sei aus seiner Sicht eine von mehreren möglichen Versionen für den Gifttod des Ex-Spions im November 2006 in London, sagte der Ex-KGB-Agent in Moskau.

Außerdem halte er es für möglich, dass der im Londoner Exil lebende Oligarch Boris Beresowski für den Tod Litwinenkos verantwortlich sei, fügte Lugowoi hinzu. Beresowski galt als Vertrauter Litwinenkos. Lugowoi soll vor Beresowskis Flucht in den Westen als Sicherheitsfachmann für dessen TV-Sender ORT gearbeitet haben.

Litwinenko habe "gestanden", Dokumente des russischen Sicherheitsrats beiseite geschafft zu haben, sagte Lugowoi weiter. Er habe für den britischen Auslandsgeheimdienst MI-6 gearbeitet. Dieser habe auch ihn anwerben wollen. "Die Engländer schlugen mir kurz gesagt vor, belastendes Material über Putin und seine Familie zu sammeln", sagte Lugowoi.

Die britische Generalstaatsanwaltschaft hatte in der vergangenen Woche eine Anklage gegen Lugowoi empfohlen. Die russischen Behörden erklärten jedoch, sie wollten dem Auslieferungsantrag der britischen Regierung nicht Folge leisten.

Briten weisen Lugowois Anschuldigungen zurück
Das britische Außenministerium wies die Mutmaßungen zurück. "Das ist ein krimineller Fall, und keine Angelegenheit des Geheimdienstes", sagte ein Sprecher. "Ein britischer Bürger wurde in London getötet und britische Bürger und Besucher wurden einem Risiko ausgesetzt."

Die Position des Außenministeriums in London sei klar. Ein Antrag auf die Auslieferung Lugowois an Großbritannien sei Russland überreicht worden. "Wir warten nun auf eine offizielle Antwort." In Aussagen haben die russischen Behörden das Auslieferungsgesuch zurückgewiesen.

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