12.05.2007 16:40 |

Chaos in der Stadt

Mindestens 18 Tote bei Unruhen in Südpakistan

Vor einer Kundgebung für den abgesetzten Präsidenten des Obersten Gerichtshofes, Chaudhry, sind am Samstag in Südpakistan bei Gewaltakten mindestens 18 Menschen getötet worden. Bei den Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern von Pakistans Staatschef Musharraf seien in verschiedenen Bezirken der Stadt Karachi mindestens zwöf Menschen ums Leben gekommen, teilten Sicherheitskräfte mit.

Drei weitere Menschen seien bei gezielten Anschlägen getötet worden, hieß es. Bei einem weiteren Vorfall am Samstagmorgen wurden drei Oppositionelle getötet. Dutzende weitere Menschen seien verletzt worden. Viele Verletzte lägen unversorgt in den Straßen, weil Rettungskräfte nicht zu ihnen vordringen könnten, hieß es weiter von Seiten der Sicherheitskräfte. "Die Lage ist sehr ernst", sagte ein Vertreter der Polizei von Karachi. An verschiedenen Orten der Stadt habe es Schusswechsel gegeben.

Über den Unruhevierteln der 12-Millionen-Einwohner-Stadt stiegen schwarze Rauchwolken auf. Rund 15.000 Polizisten und Angehörige paramilitärischer Verbände waren im Einsatz, um Gewalttaten zu verhindern. Sowohl Anhänger des im März abgesetzten Gerichtspräsidenten als auch von Staatschef Musharraf waren in Karachi zu Kundgebungen aufgerufen gewesen.

Chaudhry war am 9. März auf Betreiben Musharrafs seines Postens enthoben worden. Er soll seinem Sohn eine Spitzenposition bei der Polizei zugeschanzt haben, für die jener nicht qualifiziert gewesen sei. Die Opposition hält die Vorwürfe für abwegig und wirft Musharraf vor, mit seinem Schritt die Justiz schwächen zu wollen. Der Präsident wolle erreichen, dass er die Funktion des Oberbefehlshabers der Armee über dieses Jahr hinaus behalten könne.