1/2 Meter dicker Akt

Staatsanwalt brütet Politikeranklage aus

Oberösterreich
23.04.2007 19:17
Der Verdacht des Betrugs, der Schlepperei und der Passfälschung gegen den Linzer ÖVP-Politiker Otto Gumpinger (50) füllt einen halbmeterdicken Akt, der seit Freitag in der Oberstaatsanwaltschaft liegt: Sie prüft nun als zweite Instanz, ob sie der SP-Justizministerin eine Anklage oder Einstellung vorschlagen soll.

Ist die Suppe dick genug? Das beurteilte der Linzer Staatsanwalt Harald Winkler in einem ersten „Vorhabensbericht“, den nun der Erste Oberstaatsanwalt Friedrich Hintersteiniger mit einem zweiten „Vorhabensbericht“ ergänzt, untermauert oder zerpflückt. Alles streng geheim!

Und politisch brisant, weil schon vor sieben Jahren ein SP-Nationalratsabgeordneter den VP-Landtagsabgeordneten bei der ÖVP-Außenministerin als Schlepper angeschwärzt hatte. Gumpingers Immunität wurde aber erst 2006 aufgehoben, nachdem ihn seine verhaftete Mitarbeiterin Tatjana S. (29) in fünf übereinstimmenden Aussagen schwer belastet hatte. Inzwischen sollen 84 weitere Zeugenprotokolle im Akt bestätigen, was die Schlepper den Illegalen abknöpften: 3200 Euro für eine Flucht, davon 450 Euro für Gumpinger, für den die Unschuldsvermutung gilt. 

 

 

Foto: ÖVP

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