Arbeitsverweigerung

Fluglotsen-Streik in Brasilien sorgt für Chaos

Ausland
31.03.2007 21:10
Ein Fluglotsenstreik hat für Chaos in Brasilien gesorgt. Alle Flughäfen des Landes wurden am Freitag geschlossen, sämtliche Starts abgesagt. Nach nächtlichen Krisengesprächen gab die Regierung den Forderungen der Streikenden nach. Die militärischen Fluglotsen protestierten mit ihrem Ausstand vor allem gegen Zwangsversetzungen. Sie nahmen ihre Arbeit am Samstag wieder auf.

Zehntausende Passagiere saßen während des Ausstands fest. Auch als die Flugzeuge wieder starteten, war die Lage weiter chaotisch. Viele Flüge waren verspätet oder mussten umgeleitet werden. In Brasilia stürmte eine Gruppe von Passagieren aus Protest die Startbahn. Der Fernsehsender Globo TV berichtete, dass Soldaten zu Hilfe gerufen wurden, um für Ordnung zu sorgen.

Alle 67 Flughöfen des Landes betroffen
Von dem Streik betroffen waren alle 67 zivilen Flughäfen des Landes. Für die Flugsicherung ist in Brasilien die Luftwaffe zuständig. Zwar gebe es auch zivile Fluglotsen, allerdings nur wenige, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Jorge Botelho. Daher seien praktisch alle Flüge gestrichen worden. 49 Flughäfen mussten komplett gesperrt werden.

Forderung nach mehr Kontrolle
Die Fluglotsen sahen in den Versetzungen eine Vergeltungsmaßnahme für vorangegangene Protestaktionen. In den letzten Monaten gab es immer wieder Bummelstreiks, die für Chaos im Luftverkehr sorgten. Auslöser des Arbeitskonflikts war ein Flugzeugunglück am 29. September. Damals stießen eine brasilianische Passagiermaschine und ein kleines Privatflugzeug in der Luft zusammen, 154 Menschen kamen ums Leben. Die Fluglotsen forderten danach mehr Kontrollore bzw. mehr Kollegen.

 

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