Tod durch Strang
Ex-Saddam-Vize Ramadan gehängt
Wenige Stunden später wurde seine Leiche mit einem US-Militärhubschrauber nach Tikrit gebracht, wo sich rund 1.500 Menschen zu einer Trauerfeier versammelt hatten. Sie riefen Slogans gegen die irakische Regierung und gegen die USA. In den Trauerzug reihten sich laut Augenzeugen auch einige Funktionäre aus der Saddam-Ära ein. Der Vizepräsident wurde in Saddams Heimatdorf Audscha bei Tikrit beigesetzt. Auf eigenen Wunsch wurde er in der Nähe des Ex-Präsidenten beerdigt, dem er 35 Jahre lang treu gedient hatte.
Berufungsgericht bestätigte Todesurteil
Vor ein paar Tagen hatten die Mitglieder eines Berufungsgerichts im Irak das im Februar gegen den einstigen Hussein-Stellvertreter verhängte Todesurteil bestätigt. Der irakische Ex-Vize-Präsident Ramadan war im Prozess gegen den früheren Machthaber Saddam Hussein wegen eines Massakers an 148 Schiiten zunächst zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Ein Berufungsgericht schloss sich jedoch der Auffassung der Staatsanwaltschaft an, dass dieses Urteil zu milde sei, und verurteilte ihn im Februar zum Tod. Dieser Spruch wurde am vorigen Donnerstag von einer weiteren Berufungsinstanz bestätigt.
Ramadan: War nur für Wirtschaft zuständig
Der Angeklagte hatte stets seine Unschuld beteuert. Er erklärte, er sei für die wirtschaftliche Entwicklung zuständig gewesen und habe nichts mit Sicherheitsfragen zu tun gehabt. Menschenrechtsorganisationen erklärten, die Beweise gegen Ramadan reichten für die Todesstrafe nicht aus. Saddam Hussein war am 30. Dezember hingerichtet worden, zwei Mitangeklagte im Jänner.
Internationale Kritik an Hinrichtung
Um einen Zwischenfall wie bei der Hinrichtung von Saddam Husseins Halbbruder Barsan Ibrahim al-Tikriti zu vermeiden, der am Galgen vom Strick geköpft wurde, sei Ramadan zuvor gewogen worden, sagte ein Regierungsbeamter.
Nach Angaben aus der Provinz Salaheddin soll Ramadan auf eigenen Wunsch neben Saddam in dessen Heimatdorf Awja bei Tikrit beigesetzt werden. Eine entsprechende Vereinbarung mit Saddams Stamm sei schon getroffen worden, hieß es.
Die Hinrichtungen Saddams, seines Bruders und des Richters waren international kritisiert worden. Die EU protestierte dagegen, weil sie die Todesstrafe generell ablehnt. Andere Staaten wie die USA und mehrere arabische Länder hatten die Art und Weise der Hinrichtung kritisiert.
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