6 Stunden Angst

“Bomben”-Bastler nahm Wels in Geiselhaft!

Oberösterreich
12.03.2007 20:50
Fast 6 Stunden Höllenangst vor einer Höllenmaschine: Terroralarm um eine Rohrbombe in der Tiefgarage der Volksbank in Wels, die vor neun Jahren durch eine Feuerwerksrakete ruiniert worden war. Sechs Gebäude um die Tiefgarage hatte man evakuiert, das Stadtviertel weiträumig abgeriegelt. Der Entminungsdienst flog per Heli aus Wien ein, der Verfassungsschutz wurde eingeschaltet. Bis endlich feststand, dass es nur eine Attrappe war - mit einem Zettel „Amnestie für die RAF“…

Um halb zwölf Uhr Mittag hatte Hausmeister Manfred Reinhardt das etwa 40 Zentimeter große Paket in einer Nische am zweiten Parkplatz nach der Tiefgarageneinfahrt entdeckt: bunte Drähte, Batterien, ein verschraubtes Rohr und Metallteile.
“Wir mussten davon ausgehen, dass die Bombe scharf sein könnte“, sagt der Welser Polizei-Vize Josef Hanl.
Die Volksbank und die sechs Gebäude auf der anderen Seite des „Spitalhofs“, wo sich die Tiefgarageneinfahrt befindet, wurden evakuiert, Zufahrtsstraßen abgeriegelt.

Kurz vor 15 Uhr landete der Helikopter des Innenministeriums. Während mehr als 200 Schaulustige um die Einfahrt standen, gingen zwei Entschärfungsexperten mit einem Röntgengerät an die Arbeit. Um 16.56 Uhr Erlösung: keine Bombe! Geiselhaft beendet!

Scherz oder politisches Motiv? Bei der „Bombe“ lag ein visitenkartengroßer Zettel: „Amnestie für die RAF“. Eine Anspielung auf die Diskussion in Deutschland um die Freilassung von linken Terroristen? Ein Trittbrettfahrer der Terror-Drohung gegen Österreich? Oder eine plumpe Ablenkung, da in der Umgebung viele Ausländer wohnen?

Bei der Volksbank ist man froh, dass alles gut ausging. Böse Erinnerungen waren aufgekommen: In der Nacht zum 1. Jänner 1998 war die Bank durch Feuerwerksraketen abgebrannt: 7,3 Millionen Euro Schaden!

 

 

Foto: Horst Einöder 

 

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