01.03.2007 19:41 |

Zwölf Jahre danach

EU zieht Hälfte der Truppen aus Bosnien ab

Zwölf Jahre nach Ende des Krieges in Bosnien-Herzegowina wird trotz andauernder Spannungen zwischen den Volksgruppen mehr als die Hälfte der europäischen Schutztruppe EUFOR abgezogen. Derzeit stehen 6.500 EU-Soldaten in dem von Kroaten, Serben und Muslimen bewohnten Balkan-Staat, um vor Übergriffen abzuschrecken.

Neben der Neuausrichtung der Bosnien-Mission verständigten sich die 27 EU-Verteidigungsminister am Donnerstag in Wiesbaden auch darauf, die Zahl der Polizei-Ausbilder für Afghanistan auf 160 zu vervierfachen. Eine ähnliche Operation soll für das Kosovo vorbereitet werden.

Verteidigungsminister Darabos betonte, dass auch Österreich im Zuge des Abbaus der EU-Stabilisierungstruppe sein Kontingent um rund die Hälfte reduzieren werde. Es herrsche auch in der NATO die Meinung vor, dass die Reduzierung jetzt mit gutem Gewissen durchgeführt werden könne. Die Lage sei als entsprechend stabil einzuschätzen. Österreich werde aber weiterhin Präsenz zeigen, meinte der Verteidigungsminister. Derzeit sind 274 österreichische Soldaten in Bosnien-Herzegowina stationiert.

Weiters betonte Darabos: "Der Einsatz am Westbalkan stellt für Österreich das eindeutige Schwergewicht im internationalen Krisenmanagement dar. Drei Viertel der sich im Ausland befindlichen Kräfte sind am Balkan im Einsatz", betonte Darabos.

Die Verteidigungsminister seien einmütig der Auffassung, in Bosnien angesichts der günstigen Sicherheitslage mit einem Vier- Stufen-Plan für den Abzug zu beginnen, sagte der deutsche Ressortchef Jung. "Das Ziel ist, in einem ersten Schritt 3.500 Soldaten abzuziehen." Nach Angaben der Militärs werden nach dem Abzug von zwei Bataillonen Ende 2007 zunächst noch 2.500 Soldaten bleiben.

Die EU hatte die Rolle, das Land weiter zu stabilisieren, im Dezember 2004 von der NATO übernommen. Nach mehr als drei Jahren Krieg hatte das Abkommen von Dayton Bosnien Ende 1995 Frieden gebracht.