Der Paschinger Frächter ließ von zwei tschechischen Chauffeuren zehn Paletten mit 260 Kartons von Korneuburg (NÖ) nach Bari (I) bringen. Einer der Fernfahrer war früher Polizist, kennt sich also mit Kollegen und Räubern aus: Er hielt Nachtwache, als sein Sattelzug an der süditalinischen A 14 parkte in einem kriminellen Dorado. Da tauchte ein Räuber mit Pistole beim Führerhaus auf, ein zweiter baute sich vor dem Lkw mit einem Funkgerät auf und dirigierte damit fünf Komplizen, die per Flex die Sperrstange
der Ladefläche aufschnitten. Ein Lenker rief per Handy „112“, den internationalen Alarm zur nächstgelegegen Polizeidienststelle. Doch der Carabinieri wollte oder konnte die Hilferufe nicht verstehen: Zureden, anschreien half nichts. Die Räuber konnten in Ruhe die drei Tonnen schwere und 160.000 Euro teure Beute umladen und davonfahren.
Die Opfer notierten Nummer, Type und Farbe des Flucht-Lkw, sprangen aus, liefen zum Festnetz der Raststätte und baten einen Italiener, die Fahndungshinweise durchzutelefonieren. Aber die Polizei kümmerte sich nur um die Papiere der Opfer, nicht um Straßensperren bei Mautstellen, nicht um Videos aus den Überwachungskameras der Autobahnstation: fast wie Fluchthelfer...
Foto: Chris Koller
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