Kleine "Zeitbomben"
Erster Tag der Kindersoldaten-Konferenz
Frankreichs Außenminister Douste-Blazy forderte ein Ende der vor allem in Afrika verbreiteten Praxis, verlangte aber auch von westlichen Demokratien wie Großbritannien und den USA, mit gutem Beispiel voranzugehen und die Rekrutierung Minderjähriger zu beenden.
Die Zahl der Kindersoldaten wird weltweit auf 250.000 bis 300.000 geschätzt. Die Organisation Save the Children gab am Montag an, in mindestens 13 Ländern würden man Kinder zwangsrekrutieren, darunter in Afghanistan, Kolumbien, Somalia und dem Sudan. Laut UNICEF werden Kinder trotz zahlreicher Konventionen und UN-Beschlüsse praktisch in jedem Konflikt eingesetzt.
Die von Frankreich und UNICEF veranstaltete Konferenz soll zehn Jahre nach einem ähnlichen Treffen Bilanz ziehen und die damals verabschiedeten Leitlinien aktualisieren. Die Teilnehmer aus 60 Ländern sollen am Dienstag die "Grundsätze von Paris" verabschieden, die vor allem ein stärkeres Gewicht auf die Wiedereingliederung der Minderjährigen legen.
Der österreichische Staatssekretär Winkler, der Wien bei der Konferenz vertritt, erklärte in Paris, eine enge internationale Zusammenarbeit und die Unterstützung der betroffenen Länder sei unabdingbar. Jedes Kind habe von Geburt an das Recht auf Schutz und Hilfe der Erwachsenen. Nur wer die Rechte der Kinder schütze, investiere in eine friedliche Zukunft.
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