Fotografie und Malerei stehen sich zweifellos nahe. Schon im frühen 20. Jahrhundert haben Maler begonnen, mit Fotopapier zu experimentieren. Über allem stand die Faszination, dass Licht eine Spur auf Papier hinterlassen kann. An diese Anfänge der künstlerischen Fotografie fühlt man sich erinnert, wenn man Herwig Kempingers (49) Werk abschreitet.
Auf dunklen Fotopapierbahnen schimmern flüchtig die hellen Schatten von Menschengesichtern auf. Neben der großen Magie, die der Zyklus ausstrahlt, wird hier das Phänomen „Lichtbildkunst“ sehr direkt verwendet. In der Serie „Wolken“ holt Kempinger den Himmel in den Kunstraum, die „Bubbles“ bleiben als eher kühle Anordnung von Bläschen bestehen. Die Personale geht aber auch an Kempingers Anfänge zurück. Das Werk „Die Haut der Realität“ zeigt eine Person auf einem Parkettboden. Das Stück Fotopapier wurde wiederum auf „realen“ Parkettboden montiert: Fotokunst, die über sich selbst nachdenkt.
Bis 22. April; das Lentos ist täglich von10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr geöffnet
Foto: Chris Koller
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