21.01.2007 18:18 |

Journalistenmord

Vater verrät Sohn an Polizei: Mörder gefasst

Der Mord an dem türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink ist offenbar aufgeklärt. Ein 17-Jähriger gestand, Dink erschossen zu haben, weil dieser das türkische Volk beleidigt habe. Ministerpräsident Erdogan zeigte sich zufrieden, dass der mutmaßliche Täter in so kurzer Zeit gefasst wurde. Dink war am Freitag in Istanbul auf offener Straße erschossen worden.

Der Journalist sah sich wegen seiner Äußerungen zu den Massakern an Armeniern während es Ersten Weltkriegs massiven Anfeindungen von Nationalisten, Politikern und Staatsanwälten ausgesetzt. Er musste sich deswegen auch wegen Beleidigung des Türkentums vor Gericht verantworten.

Dem Fernsehsender zufolge sagte der Tatverdächtige Ogün Samast (links im Bild) aus, er habe Äußerungen von Dink im Internet gelesen und daraufhin beschlossen, ihn zu töten. Dink habe erklärt, "Ich komme aus der Türkei, aber das türkische Blut ist schmutzig". Der "Agos"-Chefredakteur galt als bekannteste Stimme der Armenier in der Türkei.

Vater erkennt Sohn als Täter
Der 17-jährige Arbeitslose war in Samsun am Schwarzen Meer festgenommen worden. Unklar war, ob er Verbindungen zu irgendeiner Organisation hatte. Den entscheidenden Hinweis bekam die Polizei vom Vater des Verdächtigen, der seinen Sohn auf einem Fahndungsfoto erkannte.

Die Polizei hatte ein Foto des mutmaßlichen Täters veröffentlicht, das von einer Überwachungskamera stammte. Auf dem Bild ist ein junger Mann mit gestutztem Bart und weißer Mütze zu sehen. Auch die vermutliche Tatwaffe wurde in Samsun sichergestellt. In Trabzon, dem Wohnort des Verdächtigen, wurden sechs weitere Personen festgenommen und nach Istanbul geflogen.