So, 21. Oktober 2018

Suche nach Schütze

02.01.2018 14:45

Mit Gewehr 24 Mal auf Radarkasten gefeuert

Ob ein Strafmandat wegen Schnellfahren der Grund für den Vandalenakt war? In Vomp (Tirol) wurde eine Radarbox Ziel eines Anschlags. Ein Unbekannter gab in der Silvesternacht 24 Schüsse, vermutlich aus einem Kleinkalibergewehr, auf den Blitzer ab. Doch dieser hielt stand und jagt die Raser weiterhin.

"Mitarbeiter unseres Bauhofes haben am Neujahrstag den Vandalismusakt entdeckt und mich verständigt", erklärt Vomps Bürgermeister Karl-Josef Schubert, der umgehend Anzeige bei der Polizei erstattete.

Schüsse wohl nicht sehr laut

Nicht weniger als 24-mal schoss der Unbekannte auf den an der Gemeindestraße neben dem Friedhof aufgestellten Radarkasten. "Wir gehen davon aus, dass die Schüsse rund um Mitternacht im Zuge des Feuerwerks abgegeben wurden", meint ein Polizist. "Vermutlich hat sich auch deshalb niemand große Gedanken gemacht." Schüsse aus einem Kleinkalibergewehr, wie es etwa im Biathlon verwendet wird, seien aber auch nicht besonders laut, meint der Beamte zur "Krone". Laut ersten Ermittlungserkenntnissen ist es eher unwahrscheinlich, dass der Vandale etwa aus einem Auto heraus geschossen hat.

"Gerät ist sehr stabil"

Doch der Schießwütige hat sein offensichtliches Ziel nicht wirklich erreicht. Denn vom Radarkasten wurde nur die Hülle beschädigt. "Das Gerät ist sehr stabil und weiterhin funktionstüchtig", muss auch der Dorfchef leicht schmunzeln.

Bis zu fünf "Attacken" auf Radarkästen pro Jahr

Dennoch entstand ein Schaden im unteren vierstelligen Euro-Bereich. Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. "In Tirol werden im Jahr etwa drei bis fünf Radarkästen beschädigt. Meist jedoch durch Schmieraktionen. 2017 wurde auf der Inntalautobahn bei Vomp allerdings auch ein Blitzer mit einem unbekannten Sprengmittel in die Luft gejagt. Durchaus möglich, dass in diesem Fall ein Raser aufgrund eines Strafmandats verärgert war", erinnert sich Markus Widmann, Chef der Landesverkehrsabteilung Tirol.

Samuel Thurner, Kronen Zeitung

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