Fr, 19. April 2019
19.12.2017 08:43

"Provokation"

Keine Einigung bei ORF-Gehaltsverhandlungen

Bei den KV-Verhandlungen im ORF spießt es sich. Die Runde am Montag verlief ergebnislos, teilte der Zentralbetriebsrat danach in einem öffentlichen Schreiben an alle Mitarbeiter mit. Die Belegschaftsvertreter seien "zutiefst enttäuscht", sie sprachen von einer "Provokation" der ORF-Spitze. Für Donnerstag wurde, parallel zur Stiftungsratssitzung, eine Betriebsversammlung angesetzt.

Der Stiftungsrat soll am Donnerstag in seiner letzten Sitzung vor Jahresende den ORF-Finanzplan und auch den Gehaltsabschluss für 2018 absegnen. Bis zur Sitzung des Finanzausschusses am Montagnachmittag gab es letzteren aber nicht. Die Geschäftsführung sei nicht bereit zu einem "nachhaltigen Abschluss über alle Vertragsverhältnisse", dabei sei der Zentralbetriebsrat in den Verhandlungen mit seinen Forderungen "bis an die Schmerzgrenze" gegangen, wurde in dem Schreiben beklagt.

1,9 Prozent sei diese Forderung gewesen, und man gehe davon aus, dass man damit unter der heurigen Inflationsrate liegen würde, sagte ZBR-Vorsitzender Gerhard Moser. Das Gegenangebot habe für ältere Kollektivverträge als jenen von 2013 (die sogenannte FBV und den KV von 2003) aber nur eine Einmalzahlung vorgesehen. "Und das für ein Jahr, für das ohnehin bereits als einseitige Maßnahme die Pensionskassenbeiträge für die PBV 1 ('beitragsorientiertes System') ausgesetzt worden sind", so der Betriebsrat.

"Politische Vorleistung"
Moser wirft der ORF-Führung überdies vor, nicht aus Motiven der Wirtschaftlichkeit heraus, sondern als "politische Vorleistung" zu agieren. Schließlich habe die neue Regierung eine "Harmonisierung" aller ORF-Entlohnungssysteme in ihr Programm geschrieben. Zugleich betonte der Zentralbetriebsrat am Montag: Man habe die Verhandlungen "nicht abgebrochen", sondern gehe von einer Fortführung aus. Das tut auch die ORF-Geschäftsführung, auf Anfrage hieß es seitens dieser: "Die Gespräche werden ja fortgesetzt, und laufende Verhandlungen kommentiert die Geschäftsführung nicht."

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