Do, 13. Dezember 2018

Opfer des Terrors

01.11.2017 18:58

Tod holte Argentinier bei Klassentreffen in NY ein

Acht Menschenleben hat die Todesfahrt eines Usbeken mit Verbindungen zum IS am Dienstagabend im Herzen von New York gefordert. Unter den Toten waren nach Angaben der Behörden auch eine Belgierin sowie fünf Argentinier. Besonders tragisch: Die Männer aus dem südamerikanischen Land waren alte Schulfreunde und zusammen in die USA gereist, um ein Jubiläum zu feiern. Die Schule trauerte am Mittwoch um die fünf Absolventen: "Wir wollen unseren tiefsten Schmerz teilen und alle ihre Angehörigen in diesem schwierigen Moment umarmen."

Die Argentinier im Alter zwischen 45 und 50 Jahren waren seit der Schulzeit befreundet und in die USA gereist, um das 30-jährige Jubiläum ihrer Diplomierung von der örtlichen polytechnischen Schule zu feiern, berichteten argentinische Medien am Mittwoch. Einer aus der Gruppe lebt in der Ostküstenmetropole Boston, wo sich die Freunde trafen. Am Dienstag legten sie gemeinsam die 300 Kilometer nach New York zurück - wo sie sich zu der Fahrradtour durch Manhattan entschieden.

Die ingesamt zehn Gruppenmitglieder hatten im Jahr 1987 in Rosario, einer Stadt rund 300 Kilometer nördlich der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, ihren Schulabschluss gemacht. Mit der Reise in die USA erfüllten sie ein Versprechen, das sie sich vor 30 Jahren gegeben hatten. Eine erst wenige Tage alte Aufnahme zeigt die Argentinier in bester Laune. Alle trugen T-Shirts mit der Aufschrift "Libre" - "Frei".

Den argentinischen Medien zufolge bezahlte Ariel Erlij, Manager bei einer Firma für Stahl-Produkte, für seine Freunde die Flugtickets, für mindestens zwei Mitglieder der Gruppe sogar den kompletten USA-Trip - den sich die Männer sonst nicht leisten hätten können. Der 48-jährige Manager selbst reiste in einer privaten Maschine einen Tag später hinterher, wie die Zeitung "La Capital" berichtete.

Erlij starb bei der Todesfahrt des 29-jährigen Usbeken am Dienstag ebenso wie Hernan Diego Mendoza, Diego Enrique Angelini, Alejandro Damian Pagnucco und Hernan Ferruchi. Die Argentinier wurden von dem Pick-up-Truck des Attentäters niedergerast, als sie gerade auf ihrer Radtour waren. Die argentinischen Behörden bestätigten mittlerweile in einem Statement die Namen der Opfer. "Wir drücken unser tiefstes Beileid für die Opfer von New York aus", heißt es darin. Der in Boston lebende Argentinier wurde schwer verletzt. Nur drei aus der Gruppe blieben körperlich unversehrt.

Im Video: Der Radweg direkt nach dem Anschlag

Schule trauert um Absolventen
Am Mittwoch wurde an der Schule der Absolventen, der renommierten Politecnico-Schule in Rosario, eine Schweigeminute eingelegt und die argentinische Flagge auf halbmast gesetzt. "Wir wollen unseren tiefsten Schmerz teilen und alle ihre Angehörigen in diesem schwierigen Moment umarmen", hieß es auf Instagram. Das Direktorium ordnete fünf Trauertage an.

Der argentinische Präsident Mauricio Macri sprach den Angehörigen der Opfer seine Anteilnahme aus. Der Anschlag habe "alle Argentinier sehr schwer getroffen", auch ihn selbst, sagte er.

Außenminister bestätigt belgisches Opfer
Neben den argentinischen Schulfreunden wurde auch ein Opfer aus Belgien bestätigt. Der belgische Außenminister Didier Reynders veröffentlichte ein entsprechendes Statement auf Twitter: "Ich bedaure sehr, ein belgisches Opfer in Manhattan bestätigen zu müssen - mein Beileid geht an die Familien und Freunde des Opfers."

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