So, 23. September 2018

Alle Trümpfe bei FPÖ

16.10.2017 17:23

10 Antworten am Tag nach der Wahl

Wie wahrscheinlich ist es, dass Sebastian Kurz als Gewinner der Nationalratswahl der nächste Kanzler wird? Und mit wem wird seine Partei koalieren? Die "Krone" hat nach der Schlacht um das Parlament die wichtigsten Fakten zusammengefasst.

Kann Kern Kanzler?
Das ist fast ausgeschlossen, obwohl der Vorsitzende der SPÖ am liebsten weiterregieren will. Wahlsieger Sebastian Kurz und seine ÖVP werden vom Bundespräsidenten den Auftrag bekommen, eine Regierung zu bilden - und so wie es jetzt aussieht, ist eine Koalition zwischen ÖVP und FPÖ die wahrscheinlichste Variante. Kurz hat im Interview mit der "Krone" den roten Parteichef an sein Versprechen erinnert: Wenn die SPÖ die Wahl nicht gewinnt, ist ein Gang in die Opposition fix.

Was hat die FPÖ vor?
Die Partei von Heinz-Christian Strache hat jetzt alle Trümpfe in der Hand - und kann es sich aussuchen. Eine Koalition ist sowohl mit der ÖVP als auch mit der SPÖ möglich. Für wen auch immer sich die Blauen entscheiden: Die FPÖ wird ganz ausdrücklich viel haben wollen, also Posten und entscheidende Ministerien.

Was macht die ÖVP?
Trotz Platz 1 kann sich die Truppe von Kurz nicht zurücklehnen. SPÖ und FPÖ können eine Koalition bilden und die Türkisen in die Opposition drängen - und das ist absolut nicht ausgeschlossen.

Gibt es die Grünen noch?
Im Parlament werden sie wohl nicht mehr sitzen. Das Führungsduo Ulrike Lunacek/Ingrid Felipe wackelt, es steht eine völlige Neuorganisation der Partei bevor.

Was läuft bei den NEOS?
Die Pinken sitzen fix im Parlament. Mit dem Regieren wird es wohl auch nach der Wahl nichts werden.

Wie macht Pilz weiter?
Genauso, wie er es vor der Wahl versprochen hat. Er wird seine Rolle als "Aufdecker der Nation" mit Genuss ausüben und die Arbeit der Bundesregierung kritisieren. Außerdem will der ehemalige Grüne den Namen seiner Partei ändern und wachsen.

Sind die Kleinen wichtig?
In der Regierung werden die Liste Pilz und die NEOS nicht vertreten sein, sehr wohl sitzen sie aber in Ausschüssen - und hier geht’s vor allem um Kontrolle.

Woher kommen die Stimmen für die ÖVP?
Ganz klar von der FPÖ - und so war es mit dem türkisen Kurs in der Asylfrage auch geplant. Die SPÖ hat viele Stimmen an die FPÖ abgegeben, die Bewegungen von ÖVP-Wählern zur FPÖ waren gering.

Wer hat die Stimmen jener, die 2013 nicht gewählt haben?
Die Roten. Ihr Motiv: Schwarz-Blau verhindern.

Wen haben traditionelle Grüne gewählt?
Die SPÖ.

Robert Loy, Kronen Zeitung

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