Mi, 12. Dezember 2018

Was bewegt

02.06.2017 09:40

Ja zu Obus, Bettelverbot, Grün und Garagen

Klare Mehrheiten bei vier von sechs Themenkreisen.

Viele Vorschläge und Ideen aus den Stadtvierteln.

Sechs Spitzenpolitiker aus der Stadt und einer aus dem Land: Bernhard Auinger (SPÖ), Harald Preuner (ÖVP), Ingeborg Haller (Bürgerliste), Sebastian Huber (NEOS), Andreas Reindl (FPÖ) Christoph Ferch (SALZ) und Verkehrslandesrat Hans Mayr (SBG) stellten sich den Fragen und Antworten, die direkt aus dem Publikum schossen: Öffis, Tempo 80 und das Bettelverbot waren die Aufreger - so unterschiedlich die Positionen auch sind - aber erstaunlicherweise auch vieles gemeinsam haben. Auinger glaubt daran: "Zeit, dass sich was dreht - und weniger steht", meinte der Bürgermeisterkandidat und verteidigte die Pendlermaßnahmen, die ab 2018 in der Stadt umgesetzt werden.

"Es geht nur gemeinsam", konterte Preuner, "die Pendler dürfen nicht bestraft werden, nur weil sie zur Arbeit fahren." Haller ließ die Ausreden auf die Salzburg AG als Verkehrsanbieter nicht gelten: "Viele Politiker sitzen im Aufsichtsrat, man kann handeln und das Angebot bei den Öffis verstärken und die Tickets flexibler gestalten."

Reindl wurde da kritischer: "Man kann nicht zuerst den zweiten Schritt machen, wenn man den ersten noch nicht gemacht hat. Aber genau das passiert gerade mit der Pendlerpauschale." Huber: "Andere Städte geben viel mehr Geld für den öffentlichen Verkehr aus, und siehe da, es funktioniert. Und Ferch meinte: "Stärkt den öffentlichen Verkehr. Alles andere ist eine Frotzelei gegenüber den Pendlern."

Einer, der die Fäden in der Hand hat und auch bemüht ist, ist Landesrat Mayr: "Vieles ist erneuert worden oder wird gerade umgesetzt, wir kämpfen um die Erweiterungen ins Umland und um bessere Takte. Aber oft bremst die Salzburg AG."

Ein guter Input kam von Zuschauerin Verena Haseke: "Unterstützt doch Fahrgemeinschaften, macht eine App und bringt die Leute zueinander." Die klare Meinung: O-Busse über die Stadtgrenzen können das Stauproblem lindern, auch wenn es was kostet. Applaus da, Protest dort.

Beim Bettelverbot gingen die Wogen hoch, bis auf NEOS und Bürgerliste hielten alle die strengen Maßnahmen gegen das organisierte Betteln hoch. Salzburg kann eben nicht die sozialen Probleme von Rumänien lösen. Das Thema ließ keinen kalt, Vertreter vom Roma-Verein Phurdo warben um Verständnis und Unterstützung.

Bei Tempo 80 waren die Fronten bis auf die Bürgerliste klar, Umweltschutz hin oder her, es bringt nichts. Außerdem sind die Lkw viel zu gefährlich.

Fazit am Ende: Geteilte Meinungen, viel Gesprächsstoff und die Erkenntnis, dass Politik die Menschen beschäftigt und nicht egal ist.

Kronen Zeitung

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