„Heutzutage verleitet das Internet die Studierenden ja dazu, Texte einfach zu kopieren und in ihren Seminar- oder Diplomarbeiten einzusetzen. Früher hätte man mühsam aus Büchern abschreiben müssen“, macht der Linzer Wissenschaftsforscher Gerhard Fröhlich die digitale Welt teilweise für die Situation verantwortlich. Immer neue Fälle werden aufgedeckt, ehemaligen Studenten wird auch nach Jahren noch der Titel aberkannt.
Kepler Uni bislang verschont
Die Kepler Uni blieb bisher von Skandalen verschont: „Ganz einfach - bei uns werden die fertigen Arbeiten derzeit noch nicht elektronisch überprüft, wie an anderen Unis üblich, wo alle Arbeiten auch auf CD abgegeben werden müssen“, so Alex Freischlager von der ÖH. Doch nun soll endlich Software angeschafft werden, die in Zukunft die Arbeiten automatisch kontrolliert, aus dem Internet kopierte wissenschaftliche Texte erkennt und den Abschreiber entlarvt.
Für Freischlager ein Problem: „In Linz gibt es keinen Kurs, in dem die Studenten lernen, wie man richtig wissenschaftlich arbeitet. Woher sollen sie also wissen, was erlaubt ist? Das muss am Beginn des Studiums gelehrt werden. Wir bekommen schon Anfragen von Studierenden, die Angst haben, quasi unabsichtlich zu plagiieren!“
Deshalb fordert die ÖH entsprechende Vorlesungen: „Wenn die Uni Geld für Überprüfungs-Software hat, müssen auch solche Kurse angeboten werden, alles andere ist unfair!“
Stichwort: Bei wissenschaftlichen Arbeiten gibt es Grauzonen, deshalb tappen immer mehr Studenten in die Plagiatsfalle. Natürlich hilft korrektes Arbeiten, also Zitate kenntlich machen und fremde Ideen nicht als eigene ausgeben. Ganz vife Studenten jagen ihre Arbeiten vor dem Abgeben einfach selbst durch eine Plagiats-Software. Findet diese nichts, dürfte es auch beim Professor keine Probleme geben!
Foto: Jürgen Radspieler
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