So, 24. Juni 2018

Bürgerkrieg droht

11.05.2017 06:51

Venezuela: Erneut Tote bei Demos gegen Maduro

Die gewaltsamen Proteste in Venezuela gegen Präsident Nicolas Maduro haben am Mittwoch zwei weitere Todesopfer und Dutzende Verletzte gefordert. Damit stieg die Zahl der Todesopfer in Venezuela seit Anfang April auf 39. Im Inland wächst von vielen Seiten zunehmend der Druck auf Maduro, da ein Bürgerkrieg drohen könnte.

Wie die Behörden mitteilten, wurde ein 26-Jähriger bei einer Oppositionskundgebung in der Hauptstadt Caracas erschossen. "Mit großer Trauer muss ich mitteilen, dass ein weiterer junger Mann ermordet worden ist", sagte der Bürgermeister des Stadtteils Baruta, Gerardo Blyde. Bei der Demonstration wurden zudem über 80 Menschen verletzt. Außerdem starb ein am Montag verletzter 32-Jähriger in Merida.

Die Proteste eskalieren zunehmend. Junge Gegner der Regierung werfen seit Tagen mitunter auch mit Fäkalien, Exkrementen und mit Urin gefüllte Beutel und Flaschen auf Soldaten und Polizisten der Nationalgarde, die mit Tränengasbomben versuchen, sie zurückzudrängen.

Opposition fordert Militär zum Bruch mit Maduro auf
Die Toten sind überwiegend Anhänger der Opposition, aber auch Sicherheitskräfte und Anhänger der Sozialisten starben. Einige der Opfer kamen auch bei Plünderungen ums Leben. Die Opposition fordert das Militär zum Bruch mit Maduro auf. Die Demonstranten sehen Venezuela unter dem Sozialisten auf dem Weg in die Diktatur - sie fordern rasche Neuwahlen und die Freilassung von Gefangenen wie Oppositionsführer Leopoldo Lopez.

Maduro wirft der Opposition vor, mithilfe der US-Regierung von Präsident Donald Trump einen Putsch vorzubereiten - zuletzt traf sich Parlamentspräsident Julio Borges mit hochrangigen US-Vertretern.

Venezolaner zerstören Chavez-Büsten
Auch mehrere Büsten von Hugo Chavez wurden in den vergangenen Tagen vom Sockel geholt und zerstört - der 2013 verstorbene Präsident hatte das Projekt eines "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" begründet. Als der Ölpreis noch hoch war, konnten im Land mit den größten Ölreserven Millionen Menschen aus der bitteren Armut geholt werden, das Bildungs- und Gesundheitssystem wurde - auch mit kubanischer Hilfe - modernisiert.

Heute steht das Land nach Jahren der Misswirtschaft vor dem Ruin, Lebensmittel und Medikamente fehlen. Nach neuesten Zahlen starben allein 2016 rund 11.500 Kinder, die jünger als ein Jahr waren - ein Anstieg der Kindersterblichkeit um rund 30 Prozent. Mindestens 1600 Menschen wurden in den vergangenen vier Wochen festgenommen, das von der Opposition dominierte Parlament wehrt sich gegen ein Aburteilen von Gegnern Maduros durch Militärtribunale.

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