Auch wenn sie uns zeitweise sogar schlaflose Nächte bescheren, so sind Entscheidungen dennoch etwas sehr Positives. Denn ohne Entscheidungen gibt es kein Vorankommen und keine Veränderungen. Nur, wenn wir uns entscheiden, Dinge einmal neu oder anders zu machen, können wir Entwicklungen in Gang setzen und unsere derzeitige Situation verändern. Leider ist aber bei allen Entscheidungen immer auch ein Unsicherheitsfaktor dabei, mit dem wir leben müssen. Bei der richtigen Entscheidungsfindung geht es daher darum, diesen Unsicherheitsfaktor so gering wie möglich zu halten.
Alltägliche Entscheidungen
Da wir täglich unzählige Entscheidungen treffen müssen, haben wir gelernt, uns vereinfachender Regeln zu bedienen. Beim Einkauf im Supermarkt haben wir uns z.B. angewöhnt, uns auf einige wenige Kriterien bei der Entscheidungsfindung zu beschränken. Meist ist dies die Marke, der Preis oder eine bestimmte Eigenschaft, auf die wir unbedingt bestehen, wie z.B. „Fettfrei“ oder die österreichische Herkunft der Produkte. Aber es kann auch schlicht Gewohnheit sein, anhand der wir häufig wiederkehrende Entscheidungen treffen. Denn schließlich wollen wir nicht stundenlang vor dem Regal stehen und Joghurtsorten bis ins letzte Detail vergleichen, um dann eine wahrhaft wohl fundierte Entscheidung zu treffen – es gibt Wichtigeres zu tun.
Diese täglichen Entscheidungen treffen wir daher meist schnell, da das empfundene Risiko gering ist. Kaufst du einmal ein Haarshampoo, mit dem du nicht zufrieden bist, dann hast du maximal ein paar Euro verloren. Aber wie sieht es mit größeren Entscheidungen aus, die dein Leben maßgeblich beeinflussen können?
Rationale Entscheidungsfindung
Wie bei so vielen Dingen gilt auch hier, dass Wissen Trumpf ist. Größere Entscheidungen solltest du auf einer rationalen Basis treffen, d.h. du solltest zunächst deine Anforderungen an die zukünftige Situation überlegen. Danach gilt es, über mögliche Alternativen nachzudenken und über diese ein ausreichendes Maß an Informationen einzuholen. Beim Autokauf können mögliche Alternativen z.B. der Neuwagenkauf, der Gebrauchtwagenkauf oder einfach nur die Reparatur deines aktuellen Autos sein. Bist du an deinem derzeitigen Arbeitsplatz unzufrieden, dann kannst du dir einen neuen Job suchen, im alten Job bleiben, oder im alten Job versuchen, dein Aufgabenfeld neu zu definieren.
Alle Alternativen, die du für dich gefunden hast, solltest du nun auf Basis der gefundenen Informationen bewerten. Dafür ist es am besten, wenn du dir so genannte KO-Kriterien überlegst, d.h. Kriterien, welche die Alternative unbedingt aufweisen muss, andernfalls wird sie verworfen. Bietet dir der neue Job nicht genügend Sicherheit, dann wirst du ihn nicht annehmen. Hat das neue Auto keine Klimaanlage, dann wirst du dir andere Modelle ansehen. Generell gilt: Je wichtiger die Entscheidung ist, desto mehr Kriterien wirst du wahrscheinlich bei deiner Entscheidung berücksichtigen. Du kannst die Kriterien auch in ihrer Bedeutung gewichten, damit sie mit dem richtigen Stellenwert in deine Bewertung eingehen. So kann z.B. Jobsicherheit wichtiger sein als gute Bezahlung.
Bauchgefühl
Du bist auf dem rationalen Weg zu einer Entscheidung gelangt, aber irgendein Gefühl sagt dir, dass etwas nicht stimmt? Dann solltest du dieses Gefühl hinterfragen. Denn unsere Gefühle sind eine wichtige Grundlage des richtigen Handelns. Schließlich kommt Intuition nur dadurch zustande, dass Informationen, die wir irgendwann gespeichert haben, zwar nicht mehr in unserem Bewusstsein aktiv abrufbar sind, aber dennoch als Gefühl auf unser Handeln wirken. Es ist daher wichtig, Bauchgefühl und rationale Abwägungen in Einklang zu bringen. Dabei kann dir z.B. auch das Gespräch mit Freunden und Bekannten helfen, die einen neutraleren Blick auf die Situation haben. Wichtig ist aber, dass du dich nicht von außen in deiner Entscheidung beeinflussen lässt - es ist und bleibt deine Entscheidung, denn du musst mit den Konsequenzen leben.
Hast du deine Entscheidung gefunden, dann musst du dich nur noch dazu aufraffen, sie auch umzusetzen. Wie gesagt, die absolut richtige Entscheidung gibt es nicht. Aber bei entsprechendem Vorgehen hast du eine große Wahrscheinlichkeit, dass du die für dich richtige Entscheidung findest.
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