17.04.2017 19:32 |

"Inakzeptabel"

Erdogan weist Wahlbeobachter-Kritik zurück

Nach seinem umstrittenen Sieg beim Verfassungsreferendum in der Türkei hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ebenso wie die türkische Regierung jede Kritik der internationalen Wahlbeobachter scharf zurückgewiesen. "Dieses Land hat so demokratische Wahlen durchgeführt, wie sie kein einziges Land im Westen je erlebt hat", sagte Erdogan am Montagabend in einer kämpferischen Ansprache vor dem Präsidentenpalast in Ankara.

An die Adresse der Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und des Europarates gerichtet wetterte Erdogan: "Kennt erstmal eure Grenzen." Der Bericht der Wahlbeobachter sei politisch motiviert und werde von der Türkei nicht anerkannt. Zuvor hatte bereits die türkische Regierung die Kritik als "inakzeptabel" zurückgewiesen.

"Achte nur darauf, was mein Volk und Allah sagt"
Erdogan bekräftigte zugleich vor jubelnden Anhängern seine Bereitschaft, die Todesstrafe wieder einzuführen. Sollte das Parlament die entsprechende Verfassungsänderung mit der nötigen Zweidrittelmehrheit bestätigen, werde er das Gesetz unterzeichnen, kündigte Erdogan an. "Aber wenn nicht, dann machen wir auch dafür ein Referendum." Die Menge skandierte: "Todesstrafe, Todesstrafe!" Erdogan betonte, ihm sei gleichgültig, was westliche Staaten zur Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei meinten. "Ich achte nur darauf, was mein Volk sagt und was Allah sagt."

Die EU hat angekündigt, den Beitrittsprozess der Türkei im Fall der Wiedereinführung der Todesstrafe zu beenden. Erdogan sagte, ihm sei auch gleichgültig, ob die EU den Beitrittsprozess einfriere, wofür sich das EU-Parlament ausgesprochen hatte. Der Präsident brachte seinerseits ein Referendum über einen Abbruch des Beitrittsprozesses durch die Türkei selbst ins Spiel.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
„Experte, aber ...“
Berater-Urteil zu Sidlo großteils vernichtend
Österreich
Wirbel um ÖFB-Star
Tabletten-Ärger: NADA prüft Hinteregger-Behandlung
Fußball International
Polizist überrollt
Tod am Campingplatz: Frau des Opfers saß am Steuer
Niederösterreich
Einst riet er ihn ab
„Super-Junge“! Klopp lobt Bayern für Coutinho-Coup
Fußball International
„Ende der Welt“
Ushuaia: Hier holen sich Ski-Asse den Feinschliff!
Video Wintersport
Kurz vor Einigung
Ex-Bayern-Star Ribery hat wohl neuen Klub gefunden
Fußball International

Newsletter