LH-Wechsel

Eine berührende "Hofübergabe" im Landhaus

"Macht's aus Oberösterreich noch viel mehr", lautet der "Arbeitsauftrag" von nunmehr Alt-LH Josef Pühringer an seinen Nachfolger als Landeshauptmann, Thomas Stelzer, und dessen Regierungsteam: Eine Hochschaubahn der Gefühle gab es bei der Hofübergabe an der Oberösterreich-Spitze am Donnerstag im Linzer Landhaus zu sehen.

Der Tag der Hofübergabe an Oberösterreichs Landesspitze begann schon um 8 Uhr vor dem Linzer Landhaus, wo drei Musikkapellen - aus Wolfern, Lichtenberg und Enns - aufmarschierten, um sich vom neuen Mann an der Landesspitze, Thomas Stelzer, seinem Stellvertreter Michael Strugl und Neo-Landesrätin Christine Haberlander dirigieren zu lassen. Eine Stunde später gab drinnen Josef Pühringer endgültig den Dirigentenstab aus der Hand, übersiedelte am Vormittag von der Regierungsbank auf einen "Auszugssessel" neben dem Rednerpult im  Landtagssitzungssaal.

Freche Anekdoten, Abschiedstränen
Zuvor gab es an diesem Pult unter einer mit Familienmitgliedern und Weggefährten wohlgefüllten Zuschauergalerie  mit (auch frechen) Anekdoten gespickte Dankesreden an Pühringer von Rudi Anschober (Grüne), Birgit Gerstorfer (SPÖ), Manfred Haimbuchner (FPÖ), Thomas Stelzer - "Ich verneige mich vor dir!" - und Viktor Sigl (ÖVP). Da flossen bei Pühringer immer wieder Abschiedstränen, ehe er selbst seine gut halbstündige Abschiedsrede hielt: "Ich gehe, was mir nicht viele glauben, wirklich mit einer gewissen Leichtigkeit", dies nämlich angesichts der seiner Meinung nach idealen Besetzung für seine Nachfolge in Person des 50-jährigen Thomas Stelzer.

Haberlander und Strugl einstimmig gewählt
Der wurde von 51 der 55 anwesenden Landtagsabgeordneten in geheimer Wahl zum neuen Landeshauptmann von Oberösterreich gekürt, bei vier (unbekannten) Mandataren blitzte er also trotz Unterstützungsbeteuerungen aus allen Fraktionen ab.  Michael Strugl wurde von der ÖVP-Fraktion einstimmig zum Stellvertreter Stelzers gewählt, ebenso Christine Haberlander zur Landesrätin. Der neue LH hat tatsächlich vor, aus "seinem" Land  "noch viel mehr" zu machen: "Ich will, dass Oberösterreich neben der Bundeshauptstadt Wien das neue pulsierende und spannende Zentrum wird, das die Besten anzieht." Inhaltliche Ankündigungen machte Stelzer viele, von der Beschleunigung des Breitbandausbaus  über den Abbau unnötiger Landesvorschriften bis zum Bekenntnis, die 400  am dringendsten benötigten Wohnplätze für behinderte Menschen zu schaffen. Seine erste Bewährungsprobe bei den Wählern und Wählerinnen wird Stelzer erst im Herbst 2021 haben. Genug Zeit also für  "neue Wege, neue Lösungen und neue Schwerpunkte".

Kronen Zeitung

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