Sa, 21. Juli 2018

Flüchtlingswelle

30.03.2017 09:23

Lage derzeit im Griff, aber Massenansturm in Sicht

Die aktuelle Migrationslage in der Europaregion Tirol war Mittwoch Thema bei der "Task Force Flüchtlinge" im Innsbrucker Landhaus. Im Beisein von Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) wurde bekräftigt, dass die Polizei derzeit die Situation im Griff habe. Mit Sorge blicke man aber auf die Entwicklungen am Mittelmeer!

180.000 Illegale wagten im Vorjahr die lebensgefährliche Fahrt über das Mittelmeer. An die 250.000 könnten schätzungsweise heuer folgen. "Jeder, der im Mittelmeer aufgegriffen wird, kommt automatisch in die EU", erklärte Minister Sobotka nach dem Treffen Mittwoch. Und das bringt vor allem Italien an seine Grenzen. "Langfristig ist das für uns nicht verkraftbar", betonte Südtirols LH Arno Kompatscher. Sollte Italien dem Druck nicht standhalten und die EU keine geeigneten Lösungen parat haben, könnte auf Tirol noch heuer ein gewaltiger Flüchtlingsansturm zukommen.

Apropos EU: Tirols LH Günther Platter bekräftigte einmal mehr, dass diese Problematik auf europäischer Ebene gelöst werden muss. Und zwar in Kooperation mit den nordafrikanischen Staaten. Dementsprechend müssten Asylzentren bereits auf der südlichen Seite des Meeres geschaffen werden. Sein Südtiroler Amtskollege ergänzte: "Das Auslaufen der Boote und folglich das vielfache Sterben im Mittelmeer muss bereits in Afrika verhindert werden."

Neue Kontrollstelle am Brennersee kommt

Sollte es zu einem Massenansturm nach Tirol kommen, könne laut LH Platter das Grenzmanagement am Brenner "auf Knopfdruck aktiviert werden". Fix ist, dass am Brennersee eine neue Kontrollstelle für Güter- und Personenzüge errichtet wird. Kostenpunkt: rund eine Million Euro.

Hubert Rauth, Kronen Zeitung

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