Mo, 16. Juli 2018

Gemeingefährdung

28.10.2006 19:06

Ex-Skistar Grissmann angezeigt

Sein "Höllenritt" über eine Kärntner Skipiste könnte den ehemaligen Abfahrtsläufer Werner Grissmann teuer zu stehen kommen. Der 54-Jährige, der am Nationalfeiertag den Zielhang der Kaiserburg-Abfahrt in Bad Kleinkirchheim mit seinem Audi bewältigt hatte, wird wegen fahrlässiger Gemeingefährdung und fahrlässiger Körperverletzung angezeigt. Der brandneue Audi Q 7 im Wert von 90.000 Euro, den Grissmann bei der waghalsigen Fahrt demonstrieren wollte, wurde stark beschädigt.

Laut Polizeiangaben war der Lienzer gegen Ende des Franz-Klammer-Weltcup-Wandertages, den rund 6.000 Menschen besuchten, von der Bergstation ins Tal gefahren. Oberhalb des Zielgeländes, wo zu diesem Zeitpunkt eine Art Volksfest stattfand, wollte Grissmann stolz sein neues Geländefahrzeug präsentieren. Dabei kam er aber auf dem nassen Gras ins Rutschen. Um einen Überschlag zu verhindern, lenkte er den Audi auf direkter Spur über den steilen Zielhang.

7-Meter-Sprung: Grissmann jagte ungebremst ins Tal
Die Fahrt des 54-Jährigen wurde zu einem wahren Höllenritt. Er überfuhr ungebremst einen Güterweg und übersprang einen quer zur Fahrtrichtung verlaufenden Zufahrtsweg. Nach dem Sprung von rund sieben Metern platzten drei Reifen. Grissmann fuhr auf den Felgen noch etwa 100 Meter bis zur Talstation, wo er das Auto verließ.

Wanderer hechteten zur Seite
Zeugen gaben an, viele Wanderer hätten sich mitsamt ihren Kindern erst im letzten Augenblick durch Sprünge zur Seite vor dem Auto in Sicherheit bringen können. Eine 48-jährige Hausfrau aus Keutschach soll sich dabei am rechten Daumen verletzt haben, sie erstattete Anzeige.

Es war kein Alkohol im Spiel
Grissmann beteuerte, dass er nicht absichtlich über den Zielhang gefahren sei und niemanden gefährdet hätte. Auch habe er sich sofort bei den Leuten im Zielgelände entschuldigt. Ein beim Osttiroler durchgeführter Alkoholtest ergab einen Wert von 0,0 Promille.

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