Mo, 23. Juli 2018

Entlastende Indizien

01.03.2017 10:55

Vater wegen Vergewaltigung der Tochter angeklagt

Widerlich ist das Verbrechen, das einem burgenländischen Arbeiter vorgeworfen wird. Der Mann soll im Jahr 2014 seine damals 14-jährige Tochter vergewaltigt haben was der Beschuldigte vehement bestreitet. Und tatsächlich gibt es durchaus etliche entlastende Indizien. Ein schwieriger Fall für den Schöffensenat in Eisenstadt.

"Der Angeklagte warf seine Tochter aufs Bett und vergewaltigte sie", so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft gegen den geschiedenen Kraftfahrer. Geschehen sein soll das Ganze, als das Mädchen mit seiner Schwester über ein Wochenende zu Besuch beim Papa war. Der Beschuldigte stritt diesen Vorwurf energisch ab. Sein Verteidiger führte an, dass beide Mädchen schon länger schwere psychische Probleme hätten und deshalb in Behandlung gewesen seien.

Die Kinder erhoben auch andere Anschuldigungen gegen den 49-Jährigen - so habe sie dieser gestalkt. Doch zu den angegebenen Zeitpunkten war der Mann nachweislich teils Hunderte Kilometer entfernt. Außerdem schickte die nach eigenen Angaben sexuell missbrauchte Jugendliche ihrem angeblichen Peiniger danach sogar Geburtstagsgrüße und schrieb ihm zu Weihnachten, wie sehr sie ihn vermisse. Ihre Schwester wiederum erzählte laut einer Freundin in der Schule im Unterricht herum, dass ihr Vater in der Causa "das Opfer" sei. Das gleiche Mädchen hatte seinen Vater allerdings früher ebenfalls schon der Vergewaltigung bezichtigt, es war jedoch zu keiner Anklage gekommen.

Und die mittlerweile erwachsene Stieftochter des Beschuldigten sagte aus, dass die Beziehung zwischen den Kindern und dem Angeklagten bis zur Scheidung eigentlich immer sehr gut gewesen sei: "Er ist sogar der Taufpate meines Sohnes".

Vertagt, zur Einholung eines psychiatrischen Gutachtens über das mittlerweile 17-Jährige mutmaßliche Vergewaltigungs-Opfer.

Kronen Zeitung

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