So, 23. September 2018

Volkskultur

21.01.2017 16:18

Kein Plätzchen ohne spannende Sage

Wer durch Kärnten wandert, kommt zu sagenumwobenen Felsen, Quellen, Gräben. Auch grausame Erzählungen sind überliefert - und teils wahr.

Was unerklärlich war, hat man mit Geschichten fassbar gemacht. Auch die auf den runden Formen der Saualm auffallenden Steinformationen. Ein solcher Ofen heißt "Die Steinerne Hochzeit": Einst feierte ein Löllinger mit einer Lavanttalerin Hochzeit, danach wollte er die Braut nach Hause bringen. Da brach ein Schneesturm herein, das Paar musste sein Leben lassen. Der Wagen blieb als steinernes Mahnmal zurück.

Um den Großen Sauofen rankt sich eine Teufelsgeschichte. Ein Bauer wettete mit dem Teufel: "Wenn du vom Abendläuten bis zum Frühläuten eine Stiege bis in den Himmel baust, gehört dir meine Seele. Sonst gibst du mir drei Säcke mit Gold." Der Teufel begann siegessicher mit dem Bau - auf der Koralpe. Als er die letzte Stufe aufsetzen wollte, läutete eine Kirchenglocke zum Frühgebet. Der zornige Teufel schleuderte den Fels weg - bis auf die Saualm.

"Auf der Saualm soll einer Schwangeren das ungeborene Kind aus dem Bauch geschnitten worden sein. Einst hieß es, dass ein Toter über Kräfte verfügt. Ein totes Kind, das kaum Sünden hat, hat noch stärkere Kräfte, die stärksten hat folglich ein ungeborenes Kind. Ein Finger eines ungeborenen Buben soll jedes Schloss öffnen, die Bewohner trotz des Einbruchs schlafen lassen", berichtet Erzählforscher Günther Biermann. Diese Geschichte dürfte leider wahr sein, denn vom 28. Juli 1676 gibt es auch aus Admont einen ähnlichen Bericht: "Ein aufgeschnittenes schwangeres Weib wurde auf der Straße gefunden"

Christina Natascha Kogler, Kärntner Krone

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