Mo, 23. Juli 2018

Erdbeben-Schäden

16.10.2006 13:06

Hawaii zu Katastrophen- Gebiet erklärt

Ein schweres Erdbeben hat Hawaii zum Katastrophengebiet gemacht. Der Erdstoß vom Sonntag hatte nach Messungen des Geologischen Amtes der USA eine Stärke von 6,6 auf der Momentmagnitude. Die Erschütterungen verursachten Schäden an Gebäuden, Straßen und Brücken. In weiten Landesteilen kam es zu Stromausfällen. Mehrere Menschen wurden leicht verletzt.

Das Zentrum des Bebens lag rund 250 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Honolulu auf der Insel Hawaii (Big Island). Viele Menschen wurden im Schlaf vom ersten großen Erdstoß überrascht. Anschließend gab es noch mehrere heftige Nachbeben.

Gouverneurin Linda Lingle erklärte den gesamten US-Bundesstaat zum Katastrophengebiet. Obwohl keine Tsunami-Gefahr prognostiziert wurde, wurde dennoch vor hohen Wellen gewarnt. Die Katastrophenschutzbehörde FEMA schätzte auf der Basis einer Computer-Simulation, dass auf Big Island bis zu 170 Brücken beschädigt sein könnten. Das Pazifische Tsunami-Zentrum meldete Schäden in Kailua Kona an der Westküste von Big Island sowie einen Erdrutsch an einer Fernstraße.

Flughäfen eingeschränkt in Betrieb
Auf den Flughäfen lief der Betrieb eingeschränkt weiter. Ankommende Maschinen durften landen, Starts wurden indessen abgesagt, da wegen des Stromausfalls die Sicherheitskontrollen nicht gewährleistet waren. Vor Anker liegende Kreuzfahrtschiffe wurden aufgefordert, die Touristen an Bord zu behalten. Schiffe mit Ziel Hawaii wurden angewiesen, zum nächsten Hafen auf ihrer Route weiterzufahren.

Tausende Urlauber stehen auf der Straße

Auf Big Island gehören die Strände von Kailua sowie Kona mit den Luxushotels in Waikoloa Village zu den wichtigsten Touristenzielen. Nach Schäden an Hotels mussten tausende Urlauber ihre Unterkünfte vorsichtshalber verlassen. Patienten eines Krankenhauses wurden per Helikopter in anderes Hospital verlegt, weil die Decke des Operationssaals der Klinik heruntergestürzt war.

Auch Stunden nach Beben Stromausfälle
Nach Angaben des Erdbebenzentrums erschütterte das erste Beben um 7.07 Uhr Ortszeit die Inselgruppe. Nach dem zweiten schweren Beben sieben Minuten später habe es 50 weitere Nachbeben mit einer Stärke größer als 1,9 auf der Richterskala gegeben. Wegen der Stromausfälle auf der wichtigsten Hawaii-Insel Oahu blieben viele Menschen in Fahrstühlen stecken. Auch Stunden nach dem Beben litt Oahu mit der Hauptstadt Honolulu unter Stromausfällen. Vor Supermärkten in Waikiki, dem Badeparadies auf Oahu, bildeten sich lange Schlangen.

Die Inselregion von Hawaii gilt als geologisch sehr aktive Zone. Auf der Insel Big Island befindet sich der Vulkan-Nationalpark. Aus dem Vulkan Pu'u O fließt jede Woche so viel Lava, dass damit die gesamte Hauptstadt Washington asphaltiert werden könnte. Das letzte Erdbeben vergleichbarer Stärke auf Hawaii ereignete sich 1983. Erschütterungen der Stärke drei oder vier kommen wegen der vulkanischen Aktivität in der Region dagegen häufig vor. Das bislang heftigste Beben wurde auf den Inseln 1868 registriert. Seine Stärke wurde auf 7,9 geschätzt, 77 Menschen kamen damals ums Leben.

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