Sa, 18. August 2018

Kerzen aufgestellt

18.12.2016 17:44

Schock und Trauer nach Feuerdrama um Niki und Lara

Ein Meer von Grabkerzen flackert vor dem Wohnhaus in der Kranebitter Allee in Innsbruck, wo in der Nacht auf Samstag zwei Schwestern (4, 7) bei einer Feuertragödie in ihrem Kinderzimmer hilflos verbrannten. Nicht nur bei Verwandten, Freunden und Nachbarn sitzen Schock und Trauer tief. Auch wenn die Brandursache bereits geklärt scheint, fragen sich viele, wie es - genau eine Woche vor Weihnachten - zu einem solchen Familiendrama kommen konnte.

"Unfassbar", schluchzt eine Frau am Sonntag kurz nach Mittag. Tränen kullern über ihre Wangen. Freunde und Verwandte haben bei der Eingangstür im Erdgeschoss des Mehrparteienhauses neben den Kerzen auch Stofftiere und Bilder der beiden Mädchen aufgestellt. Das Fenster zum Unglückszimmer auf der Rückseite wurde mit einer weißen, blickdichten Folie zugehängt. In der gespenstischen Stille hört man ein paar Seufzer von Trauernden, die sich gegenseitig Trost spenden. Andere Passanten schleichen Kopf gesenkt an ihnen vorbei.

Vater versuchte noch versperrte Tür einzutreten

"Weihnachten wird für die Familie wohl nie mehr so sein, wie es einmal war", meint ein junger Mann. Während am Balkon bereits der Christbaum stand und die Eltern ruhig schliefen, kämpften am Samstag kurz nach 2 Uhr Früh zwei der vier Geschwister gegen meterhohe Flammen - vergeblich! Auch ihr Vater, der mit einem Nachbarn versucht haben soll, die versperrte Tür des Kinderzimmers einzutreten, konnte Niki und Lara nicht mehr retten.

Obduktion steht noch aus

"Eine technische Brandursache kann ausgeschlossen werden", hieß es nur wenige Stunden nach der Tragödie von Ermittlern des Tiroler Landeskriminalamtes. Die Kinder dürften gezündelt haben. Weitere Erkenntnisse sollen Obduktionsergebnisse bringen, die für Montag erwartet werden.

"Hätte ein Feuermelder den Kindern das Leben gerettet?", fragen sich nicht nur in der Siedlung viele. Doch das sind reine Spekulationen. Spekulationen, die den Schmerz über den Tod der Mädchen nicht lindern.

Samuel Thurner
Samuel Thurner

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