"Feindlich" gesinnt?

Italiens Premier kritisiert Mediaset-Übernahmeplan

Medien
16.12.2016 11:03

Der neue italienische Regierungschef, Paolo Gentiloni, kritisiert die Pläne des französischen Medienkonzerns Vivendi zur Übernahme der TV-Gruppe Mediaset, die im Besitz von Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi steht. Gentiloni bemängelte die "feindliche Vorgehensweise" Vivendis und versicherte, dass die Regierung in Rom die Entwicklungen rund um Mediaset genau beobachte.

Die börsennotierte Mailänder TV-Gruppe sei in einem strategisch relevanten Bereich für Italien tätig, erklärte Gentiloni nach Angaben italienischer Medien. Er gab jedenfalls zu, dass es sich um einen Aktienkauf auf dem freien Markt handle, die nicht direkt die Beziehungen zwischen Italien und Frankreich betreffe. Daher habe er beim EU-Gipfeltreffen in Brüssel mit Frankreichs Präsidenten Francois Hollande das Thema Mediaset nicht angesprochen.

Hollande erklärte, er sei über die Vivendi-Pläne nicht informiert. Vivendis massiver Aufkauf von Mediaset-Aktie sei die Initiative eines privaten Unternehmens, betonte Hollande laut Medienangaben.

Trotz heftiger Proteste aus Italien hat Vivendi am Mittwoch seinen Anteil an Mediaset auf 20 Prozent aufgestockt. Der Konzern will zukaufen, um zum zweitstärksten Aktionär von Mediaset aufzurücken. Der Mediaset-Mutterkonzern Fininvest erklärte, er habe seinen Anteil an Mediaset aufgestockt, um die feindliche Übernahme durch die Franzosen abzuwenden. "Unsere Familie ist geschlossen. Wir werden nicht zulassen, dass jemand unsere Unternehmerrolle beschneidet", schrieb Silvio Berlusconi in einer Presseaussendung am Mittwochabend.

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