Während EU aufatmet

Wilders und Le Pen: “Tapfer gekämpft, FPÖ”

Ausland
05.12.2016 06:30

Mit einem unerwartet deutlichen Sieg für Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen ist am Sonntag die Wiederholung der Hofburg-Stichwahl zu Ende gegangen. FPÖ-Kandidat Norbert Hofer gab sich geknickt und gestand seine Niederlage ein - quer durch die EU war ein lautes Aufatmen zu hören. Vom rechten Rand wurden dagegen Durchhalteparolen ausgegeben: "Tapfer gekämpft, FPÖ", twitterte etwa der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders, ähnlich gab sich in Frankreich Front-National-Chefin Marine Le Pen.

"Tapfer gekämpft, FPÖ, Norbert Hofer, du hast mutig gekämpft", ließ Wilders am Sonntagabend via Twitter verlauten.

Le Pen wittert FPÖ-Sieg bei Nationalratswahl
In derselben Tonart reagierte Le Pen auf das Resultat der Präsidentenwahl, die in ganz Europa mit Spannung verfolgt worden war: "Glückwunsch an die FPÖ, die sich mutig geschlagen hat. Die nächsten Parlamentswahlen werden solche ihres Sieges sein", hieß es auf ihrem Twitter-Account.

Tusk: "Es ist mir ein Vergnügen ..."
Mit diesen Einschätzungen waren die prominenten Rechtsaußen-Vertreter freilich recht allein, die Mehrzahl der europäischen Polit-Granden äußerte sich erleichtert über Van der Bellens Sieg. "Es ist mir ein Vergnügen, meine herzlichsten Glückwünsche zu Ihrer Wahl als Bundespräsident der Republik Österreich zu übermitteln", so EU-Ratspräsident Donald Tusk an die Adresse Van der Bellens. "Im Namen des Europäischen Rates und persönlich wünsche ich Ihnen jeden Erfolg", so Tusk weiter. "Der konstruktive Beitrag Österreichs zum Finden europäischer Lösungen und dem Zusammenhalt der EU wird wesentlich bleiben."

Auch Frankreichs Präsident Francois Hollande, der sich im kommenden Jahr angesichts desaströser Umfragewerte nicht mehr der Wiederwahl stellt, gratulierte Van der Bellen zu "einem klaren und unstreitigen Ergebnis". "Das österreichische Volk hat sich für Europa und Offenheit entschieden", teilte Hollande mit.

Schulz: "Schwere Niederlage für Nationalismus und Populismus"
EU-Parlamentspräsident Martin Schulz twitterte, Van der Bellen habe die Wahl "mit klarer proeuropäischer Botschaft und Kampagne gewonnen". Der Sieg Van der Bellens sei eine "schwere Niederlage für Nationalismus, Rückwärtsgewandtheit und antieuropäischen Populismus".

Gabriel: "Ganz Europa fällt ein Stein vom Herzen"
Ähnlich äußerte sich Schulz' deutscher Landsmann Frank-Walter Steinmeier - noch Außenminister, in Zukunft wohl als deutscher Bundespräsident Amtskollege Van der Bellens. Das österreichische Ergebnis sei ein "gutes Zeichen gegen Populismus in Europa", so Steinmeier. SPD-Chef Sigmar Gabriel war da schon überschwänglicher: "Ganz Europa fällt ein Stein vom Herzen", sagte er der "Bild".

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