Euthanasie-Opfer?
Massengrab aus NS-Zeit in Deutschland entdeckt
Am Freitag wurde die Suche auf eine angrenzende Kriegsgräberstätte ausgeweitet.
Zudem gruben die Experten auf einer weiteren Fläche, auf die sie von einem Zeitzzeugen aufmerksam gemacht worden waren. Allein auf diesem Gebiet wurden sechs der zehn neuen Skelette gefunden. Es handelte sich dabei ausschließlich um die sterblichen Überreste von Erwachsenen.
Ermittlungen aufgenommen
Die Dortmunder Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Verfolgung nationalsozialistischer Verbrechen sucht jetzt nach Anhaltspunkten zur Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens. Bisher handele es sich noch um einen "ganz vagen Anfangsverdacht", sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Maaß. Sollte sich herausstellen, dass eventuell damals ein Arzt Giftspritzen gesetzt habe, und der Mann heute noch lebe, könnte ein Verfahren eingeleitet werden.
DNA soll Identität der Toten klären
Nun müsse untersucht werden, wann und wie die Menschen umgekommen seien. Von den Toten werden nach Angaben der Staatsanwaltschaft DNA-Proben genommen. Für den Fall, dass sich mögliche Verwandte meldeten, könnten diese Spuren verglichen werden. Mit Ergebnissen rechnet die Staatsanwaltschaft frühestens Ende Oktober.
Möglicherweise Euthanasie-Opfer
Zeitzeugen-Berichte und Gerüchte hatten die Suche nach dem Massengrab ausgelöst. Demnach sollen Leichen von einem nahe gelegenen Ausweichkrankenhaus auf das Gelände gebracht worden sein. Das Krankenhaus war 1943 vom Leibarzt Adolf Hitlers, Karl Brandt, errichtet worden. Brandt war zuständig für die Umsetzung des Euthanasie-Programms der Nazis. Der Begriff "Euthanasie" bezeichnet den Mord an Menschen, deren Leben nach NS-Ideologie "nicht lebenswert" war. Dem Programm fielen zwischen Herbst 1939 und Sommer 1941 mindestens 70 000 Menschen zum Opfer, meistens durch Vergasungen oder tödliche Injektionen.







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