Fr, 14. Dezember 2018

Phönix aus der Asche

28.10.2016 15:38

Zielpunkt öffnet plötzlich wieder seine Pforten

Totgeglaubte leben offenbar wirklich länger: Nach der Zielpunkt-Pleite Ende 2015 - damals wurden österreichweit 2700 Mitarbeiter kurz vor Weihnachten arbeitslos, 229 Filialen schlossen ihre Pforten - soll die Supermarktkette nun wie Phönix aus der Asche steigen. Möglich machen das zwei Wiener Unternehmer, die die Marke gekauft haben. Eine Zielpunkt-Testfiliale soll bereits im November im Bezirk Brigittenau eröffnen.

Vieles soll dabei quasi beim "Alten" bleiben, wie die "Presse" am Freitag berichtet. Sowohl der Name als auch das altbekannte blau-weiß-orange Logo bleiben bestehen, lediglich ein Besitzer-Wechsel soll der Supermarktkette widerfahren, um ihr so neues Leben einzuhauchen.

Möglich machen wollen das Manuela und Ramas Atanelov. Die beiden eröffnen bereits im November für drei Monate eine Testfiliale in der Wallensteinstraße nahe der Friedensbrücke. Läuft es gut, will man "nächstes Jahr weitere Filialen in ganz Wien eröffnen", gibt sich Manuela Atanelov gegenüber der "Presse" optimistisch.

Familien mit geringem Budget als Zielgruppe
Zielgruppe des "Zielpunkt 2.0" sollen dabei in erster Linie Familien mit geringem Haushaltsbudget sein. Geplant ist ein breites Spektrum an Obst und Gemüse sowie Fleisch, doch auch ausländische Lebensmittel, etwa aus Jugoslawien oder Türkei, sollen Einzug in die Regale halten.

Angst vor dem bereits angerichteten Image-Schaden durch die Pleite haben die beiden Unternehmer übrigens nicht. "Man wird neugierig sein, wird es sich ansehen wollen - allein das bringt uns schon Kunden", sagt Ramas Atanelov gegenüber dem Blatt. Arbeit finden werden in der vorerst ersten "neuen" Filiale übrigens viele der ehemaligen Mitarbeiter der gescheiterten Supermarktkette. Insgesamt werden 13 Angestellte in der Wallensteinstraße beschäftigt werden.

"Wer gerne arbeitet, ist bei mir richtig"
Ex-Zielpunkt-Mitarbeiter, die nach wie vor ohne Job sind - derzeit sind es immer noch rund 250 Menschen -, seien im Zuge einer möglichen Expansion des "Zielpunkt 2.0" bei der Bewerbung jedenfalls gerne gesehen. "Ich brauche Leute, auf die ich mich verlassen kann. Mir ist das egal, ob sie alt oder jung sind. Wenn jemand gerne arbeiten will, ist er bei mir richtig", so Manuela Atanelov.

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